Aktuell sorgt die Havel-Therme im brandenburgischen Werder, etwa eine halbe Stunde von Berlin entfernt, für Aufsehen. Der Grund ist ein vergleichsweise strenges Sicherheitskonzept, das „T-Online“ zufolge entgegen anderer Medienberichte bereits 2024 eingeführt wurde. Allerdings schlägt es, offenbar aufgrund eines Berichts der „Bild“-Zeitung, „hohe Wellen“. In der Therme gelten strenge Einlassregeln, vor allem was Gruppen angeht.
Konkret heißt es dazu auf der Homepage: „Zur Aufrechterhaltung einer angenehmen, familienfreundlichen Atmosphäre achten wir auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern und beim Einlass von Gruppen.“ Auf Besucherinnen und Besucher hat das insofern Auswirkungen, als dass je nach Geschlecht auch unabhängig von der Auslastung der Zutritt zu Therme und Sauna verweigert werden kann. Grund für die ungewöhnliche Regelung sind offenbar mehrere Vorfälle in der Vergangenheit. So berichtete eine Sprecherin des Unternehmens, dass sich immer wieder über das Verhalten von Gästen beschwert wurde.
Vor allem Frauen hätten dabei in erster Linie bei Männergruppen über große Lautstärke oder sogar Belästigung geklagt. Die „Bild“-Zeitung berichtet darüber hinaus von „Begrapschungen von Gästen und Personal und sogar Messerstechereien auf dem Parkplatz“ und von „Männergruppen, die teils auch noch alkoholisiert waren“.

Neues Sicherheitskonzept hat laut Therme positive Auswirkungen
Die Therme hat entsprechend reagiert und die bereits zitierte Regelung aufgestellt. Das erwähnte ausgewogene Verhältnis bezieht sich dabei darauf, dass ungefähr gleich viele Männer und Frauen in der Therme als Gäste vertreten sein sollen. Dabei gilt offenbar eine Grenze von etwa 20 Prozent. Wird diese überschritten, wird dem einen Geschlecht so lange der Zutritt verweigert, bis wieder ein Ausgleich geschaffen ist. Vor allem bei Gruppenanmeldungen müssen Gäste zudem ihre Personalien angeben; Familien sind davon ausgenommen.
Denn: „Ein eklatantes Missverhältnis – etwa ein starker Überhang eines Geschlechtes – sowie die Anwesenheit von Gruppen können das Sicherheitsempfinden und somit die Aufenthaltsqualität des in der Minderheit vertretenen Geschlechtes beeinträchtigen“, heißt es auf der Website. Damit sei der Thermensprecherin zufolge im Übrigen auch gemeint, dass es ebenfalls einige Frauengruppen gegeben habe, die andere Gäste gestört hätten.
Für das dann aufgestellte Sicherheitskonzept habe man sich mit den relevanten Behörden abgestimmt. Zudem betont die Einrichtung: „Vielfalt und Herkunft sind dabei ausdrücklich keine Faktoren.“ Damit regiert die Therme auf Diskussionen in den sozialen Medien, dass vor allem Männergruppen ausländischer Herkunft schuld an den Problemen seien. Nach etwa einem Jahr mit dem neuen Sicherheitskonzept wird im Übrigen ein positives Fazit gezogen. So erklärt die Sprecherin: „Es ist deutlich entspannter und es gibt viel weniger Vorfälle, bei denen wir die Polizei rufen müssen.“
