Die Plattform DataPulse hat kürzlich zum Thema Rente eine neue Studie veröffentlicht. In den Untersuchungen ging es darum, herauszufinden, in welchen europäischen Ländern es genug Rente gibt, um einen angenehmen Lebensabend verbringen zu können. Die Ergebnisse legen deutlich offen, dass Handlungsbedarf besteht.
Denn nur in vier EU-Ländern reicht das gezahlte Geld zum Leben aus. In allen anderen Ländern sind die durchschnittlichen Ausgaben höher als die Rente. Deutschland schneidet im Vergleich sogar besonders schlecht ab. Die Bundesrepublik befindet sich lediglich auf Platz 25. Die durchschnittliche Rente vor Steuern beträgt hierzulande 19.100 Euro pro Jahr. Die Ausgaben jedoch 28.700 Euro.

Neue Studie zeigt: Nur in vier EU-Ländern können Senioren mit ihrer Rente gut leben
„Wir haben die realen Ausgabengewohnheiten der über 60-Jährigen europaweit analysiert, inflationsbereinigt auf das Preisniveau von 2023 hochgerechnet und sie direkt den durchschnittlichen staatlichen Altersrenten gegenübergestellt“, erklären die Experten von DataPulse. Es handelt sich demnach um die unangenehme „Renten-Wirklichkeit" in Europa. Die vier Länder, die am besten abschnitten, sind Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien. Rumänien landete mit nur 5.800 Euro Rente pro Jahr auf dem ersten Platz. Die Ausgaben betragen dabei 4.800 Euro jährlich. Wichtig zu beachten ist hier die Tatsache, dass in Rumänien mit dem Leu gezahlt wird. Die Senioren erhalten demnach durchschnittlich 29.543 Leu im Jahr.
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In Tschechien beträgt die durchschnittliche Jahresrente 10.100 Euro, oder 246.998 Tschechische Kronen. Das Nachbarland befindet sich mit 8.600 Euro (210.315 Tschechischen Kronen) Ausgaben auf dem zweiten Platz des Rankings. Gefolgt von Polen und Spanien, wo die Renten 4 und 3 Prozent höher sind als die Ausgaben. Spanien ist somit das einzige Land mit einer positiven Bilanz, welches den Euro als Währung führt. Eine Information, die bei der Einordnung der Zahlen eine wichtige Rolle spielt.
Obwohl in Luxemburg 34.400 Euro Bruttorente im Jahr gezahlt werden, liegt das Land sogar noch einen Platz hinter Deutschland. Denn dort werden durchschnittlich 52.200 Euro ausgegeben. Es handelt sich um eines der teuersten Länder in der EU. Gleichzeitig ist das Rentenniveau in Luxemburg europaweit am höchsten. Doch die Kostenstruktur erlaubt es den Senioren in Rumänien eine bessere Bilanz ziehen zu können. Eine weitere Grafik zur Kaufkraft zeigt noch einmal, dass es nicht darauf ankommt, wer nominell 'reich' ist, sondern ob sich die lokale Kaufkraft im Verhältnis zur bezogenen Rente vorteilhaft auswirkt. Ist der kaufkraftbereinigte Wert höher als der Euro-Wert, lebt man in einem günstigen Land.
So schnitt Deutschland im EU-Vergleich ab
Am schlechtesten schnitt Kroatien ab, wo die Rente 40 Prozent niedriger ausfiel als die Ausgaben. „Um den wahren Wert einer durchschnittlichen Rente zu verstehen, müssen wir über die reinen Zahlen hinaus blicken und uns fragen: Was kann man mit diesem Geld eigentlich kaufen?“, betonen auch die Autoren der Studie. Genau deshalb fallen die Ergebnisse auch so unterschiedlich aus. Senioren, die in Deutschland ihre Rente beziehen, müssen zahlreiche Ausgaben oft durch ihr Erspartes decken. Laut dem Statistischen Bundesamt gelten außerdem 21,4 Prozent der Frauen über 65 Jahre und 17 Prozent der Männer über 65 als armutsgefährdet. Um die Situation zu verbessern, wurde kürzlich unter anderem die neue „Aktivrente“ in Deutschland eingeführt.
