Die Schufa gilt als die führende Auskunftei Deutschlands. Hier werden wichtige Daten von Verbrauchern gesammelt, um am Schluss einen Score aufstellen zu können, der die Kreditwürdigkeit offenlegen soll. So können beispielsweise Unternehmen wie die Telekom oder auch Banken und Leasinganbieter eine Anfrage zur Bonität stellen und anschließend entscheiden, ob ein Vertrag zustande kommt oder nicht.
Die Regeln, die bisher dazu dienten, diesen Schufa-Score aufzustellen, wurden nun grundlegend geändert. Das neue Bewertungssystem mittels Punkten statt Prozenten soll dazu führen, dass sich Verbraucher „vollkommen transparent“ darüber informieren können, wie ihre Bonität berechnet wurde. Ab sofort soll es demnach nur noch 12 Kriterien geben, heißt es auf der Website der Auskunftei.

Änderung für Millionen Verbraucher: Was der neue Schufa-Score bedeutet
Es wird der „weltweit erste vollkommen transparente Score“ versprochen, den Verbraucher ab sofort in der Schufa-App, in den Abo-Angeboten der Auskunftei, in der bonify-App sowie als Datenkopie abrufen können. Zuvor muss man sich über den Personalausweis oder einen PIN-Brief identifizieren.
Das sind die neuen Kriterien zur Berechnung des Schufa-Scores:
- Zahlungsstörungen
- Alter des ältesten Bankvertrags
- Alter der ältesten Kreditkarte
- Alter der aktuellen Adresse
- Alter des jüngsten Rahmenkredits
- Anzahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten
- Anzahl der Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten
- Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten
- Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite
- Kreditstatus
- Immobilienkredit
- Vorliegen einer Identitätsprüfung
„Mit dem neuen Score im SCHUFA-Account haben Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, jederzeit kostenlos und digital ihre bei der SCHUFA gespeicherten Daten einzusehen und ihren Score selbst nachzurechnen”, erklärte Tanja Birkholz, Vorstandvorsitzende der SCHUFA. Die Verbraucherzentrale rät dazu, die gespeicherten Daten regelmäßig abzurufen. Denn nur so kann man Fehler aufspüren und sich bei einem falschen Score an die Verantwortlichen wenden. Denn schlimmstenfalls könnten Mietverträge oder eine Kreditvergabe durch eine falsche Berechnung nicht genehmigt werden. Allerdings wird bereits kritisiert, dass junge Menschen automatisch schlechter bewertet werden als ältere. Das liegt unter anderem daran, dass man zum Beispiel nur die volle Punktzahl erhalten kann, wenn man schon seit 20 Jahren am selben Ort lebt oder bei derselben Bank Kunde ist.
