EZB erhöht Leitzinsen: So wirkt sich die Entscheidung auf das eigene Geld aus

Erstmals seit dem Jahr 2023 erhöht die EZB die Leitzinsen. Doch was bedeutet dieser Schritt für die eigenen Ersparnisse, Kredite und die Wirtschaft in Deutschland?
EZB erhöht Leitzinsen: So wirkt sich die Entscheidung auf das eigene Geld aus
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Erstmals seit 2023 hat die EZB die Leitzinsen erhöht. Hintergrund ist ein durch den Iran-Krieg ausgelöster Inflationsschub. Die Entscheidung soll dazu beitragen, dass die Inflation langfristig bei einem Zielwert von 2 Prozent stabilisiert werden kann. Alle drei Leitzinssätze werden deshalb um 25 Basispunkte angehoben.

Die neuen Zinssätze treten am 17. Juni in Kraft und betragen 2,25 Prozent beim Einlagenzins, 2,40 Prozent für Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie 2,65 Prozent in der Spitzenrefinanzierung. Aus der Wirtschaft gab es bereits erste Kritik. Doch welche Auswirkung hat die Anhebung auf das Geld der Verbraucher?

Eine Hand mit einem Prozentzeichen und einem Pfeil nach oben und nach unten
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Erstmals seit 2023: Die EZB hat die Leitzinsen angehoben

Die Anhebung der Leitzinsen soll die Inflation bremsen, indem wieder mehr Menschen ihr Geld sparen und weniger Unternehmen Kredite aufnehmen. Insgesamt führt diese Entwicklung dazu, dass weniger Geld im Umlauf ist und somit auch der Inflationswert sinkt. „Es gibt keine ökonomische Rechtfertigung für eine Zinserhöhung, denn die Preise steigen nicht durch eine überhitzte Wirtschaft“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Stefan Körzell, gegenüber Reuters. Während die Wirtschaft und auch die Arbeitnehmer mit höheren Leitzinsen zu kämpfen haben, können Sparer hingegen profitieren.

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Wer nun sein Geld anlegen möchte und sich beispielsweise für ein Festgeld- oder ein Tagesgeldkonto entscheidet, kann in den kommenden Wochen mit besseren Angeboten rechnen. Allerdings geben nicht alle Banken die höheren Zinsen auch an ihre Kunden weiter. Aktuell erhalten Sparer in Deutschland bis zu 4 Prozent auf Tagesgeld und bis zu 3,05 Prozent auf Festgeld. Wer größere Investitionen plant, muss jedoch tiefer in die Tasche greifen, denn natürlich werden auch Privatkredite teurer. Die Situation könnte sich durch die unsichere Weltlage sogar noch verschärfen.

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Schlecht für die Wirtschaft, gut für die Sparer?

Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen erklärte deshalb, dass die Verteuerung von Investitionen für die aktuell sowieso unter Druck geratene deutsche Wirtschaft problematisch sein wird. Schlimmstenfalls müssen Stellen abgebaut werden oder es folgt die Insolvenz. Je nachdem, wie die Unternehmen reagieren, wirken sich die höheren Leitzinsen auch negativ auf den Aktienmarkt aus, weil Anleger ihr Vermögen in verzinste Produkte umschichten werden.