Zahlungen mit Bargeld sind insbesondere in Deutschland auch weiterhin sehr beliebt. Die Münzen und Scheine gelten als sicher und unabhängig und Verbraucher vertrauen auf das altbewährte Zahlungsmittel. Doch könnte genau das bald knapp werden?
In den vergangenen Wochen wurde bekannt, dass die EU den digitalen Euro einführen möchte. Außerdem werden digitale Zahlungsmittel auch weiterhin stark beworben und bereits millionenfach genutzt. Dennoch möchte die EU lediglich eine zusätzliche Option einführen und keinesfalls das Bargeld abschaffen. Dieses Vorhaben wird auch immer wieder von den Verantwortlichen betont.

Verbraucherschützer fordern gesetzlichen Schutz für Zahlungen mit Bargeld
Doch Verbraucherschützer warnen trotz all dem vor einem Engpass. Sie befürchten, dass Scheine und Münzen knapp werden könnten und fordern, dass Barzahlungen gesetzlich geschützt werden. Denn das Bargeld müsse auch künftig flächendeckend verfügbar bleiben. "Wenn wir Bargeld erhalten wollen, dürfen wir die Hände jetzt nicht in den Schoß legen", erklärt Dorothea Mohn, Leiterin des Teams Finanzmarkt beim vzbv. Länder wie Schweden, Lettland, Österreich und Belgien stärken die Bargeldinfrastruktur wieder aktiv.
In Deutschland gibt es bereits weniger Automaten, an denen man Geld abheben könnte. Deshalb bieten Supermärkte mittlerweile eine praktische Alternative. Gleichzeitig wird aber mit Karte gezahlt, was unter anderem dazu führt, dass es an Bargeld in den Kassen der Einzelhändler mangelt. Händler zahlen durchschnittlich 13,3 Prozent ihres vereinnahmten Bargeldes durch den Cashback-Service wieder an die Kunden aus. Langfristig könnten in Regionen mit wenig Bankfilialen der Verbraucherzentrale zufolge Engpässe entstehen.
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Die Verbraucherschützer fordern, dass es „feste Vorgaben für die Verfügbarkeit von Bargeld“ geben müsse. Ausnahmen von einer Annahmepflicht der Münzen und Scheine müssen klar geregelt werden und sollen so selten wie möglich zum Zuge kommen. Mohn betont, dass Deutschland auch unabhängig von der EU an Lösungsvorschlägen arbeiten sollte.
