Zu hohe Kosten: Erste Vermieter rationieren warmes Wasser

Über 600 Mieter müssen nach Stundenplan duschen.

, 21:56 Uhr
Zu hohe Kosten: Erste Vermieter rationieren warmes Wasser
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Die Energiepreise schnellen weiter in die Höhe. Auch die Nutzung des warmen Wassers wird in Deutschland somit immer teurer. Erste Vermieter ziehen nun ihre Konsequenzen und rationieren den Verbrauch.

In einer Wohnungsbaugenossenschaft im sächsischen Dippoldiswalde können die Mieterinnen und Mieter nicht mehr selbst entscheiden, wann sie heiß duschen gehen möchten. Das warme Wasser steht ab sofort nur noch zwischen 5 und 22 Uhr zur Verfügung. Wer spät am Abend heißes Wasser braucht, hat Pech gehabt. „So schlimm war es nur nach dem Zweiten Weltkrieg. Was sollen Schichtarbeiter machen, die nachts von Arbeit kommen?“, erklärte einer der Einwohner.

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Wie „nach dem zweiten Weltkrieg“

In weiteren 600 Genossenschaftswohnungen fließt das warme Wasser nur noch zwischen 4 und 8, 11 und 13 sowie 17 und 21 Uhr. Möchte man sich zu den anderen Zeiten in die Badewanne legen oder benötigt man heißes Wasser zum Abwaschen, ist dies nun nicht mehr möglich. Insbesondere in Zeiten von Corona, in denen die Hygiene noch wichtiger ist, könnten die Rationierungen zum Problem werden.

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Da die Preise für Gas und Strom weiter ansteigen, wolle man für den Winter sparen. Auch die Heizung funktioniert nur noch stundenweise. „Es geht nicht darum, die Mieter zu ärgern, sondern sich auf das einzustellen, was wir im nächsten Jahr vielleicht sonst nicht mehr bezahlen können“, erklärte Genossenschaftsvorstand Falk Kühn-Meisegeier.

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Stimmen die Mieter der Warmwasserminderung nicht zu, so handelt es sich um einen Mangel an der Wohnung. Es besteht die Möglichkeit zur Mietminderung. Gesellschaften wie „Deutsche Wohnen“ und „Vonovia“ planen bisher keine Rationierungen.