Wissenschaftlerin präsentiert Erklärungsansatz für Déjà-vus

So könnte das mysteriöse Phänomen entstehen.

, 14:58 Uhr
Wissenschaftlerin präsentiert Erklärungsansatz für Déjà-vus
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Wer kennt es nicht: Man setzt sich hin, trinkt einen Kaffee, liest die Zeitung und denkt an nichts Böses. Doch dann kommt der Moment, der sich irgendwie surreal anfühlt, als wäre er schon einmal da gewesen. Dieses Phänomen namens Déjà-vu wird bereits seit Jahren untersucht. Die Wissenschaftlerin Anne Cleary nahm das Rätsel genauer unter die Lupe und lieferte eine mögliche Erklärung.

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Zu Beginn des 21. Jahrhundert nahmen Forscher bereits an, dass sich bei einem Déjà-vu kleine Ausfälle im Gehirn abspielen. Zudem steht das Phänomen oftmals mit einem Ort oder einer bestimmten Unterhaltung in Verbindung. Cleary vermutet, dass ein Déjà-vu immer dann auftritt, wenn jemand einen Ort betritt, der Ähnlichkeiten mit einem anderen Ort hat, den man in der Vergangenheit schon einmal besucht hat, sich aber in diesem Moment nicht daran erinnern kann. Dieser Ort aus der Vergangenheit teilt also Aspekte mit der gegenwärtigen Situation und man kann es nicht korrekt einordnen.

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Casimiro PT/Shutterstock

Unbewusste Erinnerungen?

Trigger wie beispielsweise Fenster, die gleich angeordnet sind oder Möbel, die ähnlich aussehen, können das Phänomen bereits auslösen. Diese „Phantomerinnerungen“ können spontan nicht zugeordnet werden und es entsteht der Eindruck, man habe den gegenwärtigen Moment schon einmal erlebt. Die blasse Erinnerung mischt sich mit der Gegenwart und man begreift sie auf eine falsche Weise.

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Cleary führte passend dazu einen Versuch durch: „Wie erwartet, trat das Déjà-vu häufiger auf, wenn sich die Personen in einer Szene befanden, die dieselbe räumliche Anordnung von Elementen enthielt wie eine frühere Szene, die sie zwar gesehen hatten, an die sie sich aber nicht erinnern konnten.“ Jedoch ist dies nicht die einzige Erklärung: „Dies bedeutet jedoch nicht, dass die räumliche Ähnlichkeit die einzige Ursache für ein Déjà vu ist. Sehr wahrscheinlich können viele Faktoren dazu beitragen, dass sich eine Szene oder eine Situation vertraut anfühlt.“