WhatsApp: neue EU-Regeln ändern alles

In Zukunft soll es für Nutzer einfacher werden, sich gegen den Messenger zu entscheiden.

, 20:40 Uhr
WhatsApp: neue EU-Regeln ändern alles
IMAGO / Rüdiger Wölk
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Die Messenger-App „WhatsApp“ ist die erste Wahl der Deutschen, wenn es um digitale Kommunikation geht. Jeder benutzt den Messenger oder hat ihn schon einmal benutzt, und wenn man zu einem anderen Anbieter wechseln möchte, steht man oft vor einem Problem – denn alle sind nun mal bei WhatsApp, es herrscht also eine Art Gruppenzwang. Doch in Europa soll sich diese „WhatsApp“-Dominanz ab jetzt ändern. Ein neues EU-Gesetz soll dafür sorgen, dass man sich demnächst leichter gegen den von Facebook/Meta gemanagten Messenger entscheiden kann.

Am 24. März 2022 haben sich die EU-Unterhändler laut Quellen des Handelsblatts geeinigt. Schon länger überlegt man in der EU, wie man die übermäßige Dominanz der Internet-Riesen Meta (Facebook), Google, Apple und Co. minimieren kann – dementsprechend sind jetzt zwei Gesetzesinitiativen vorgestellt worden, die bald die Macht der Tech-Giganten eindämmen sollen. Dabei handelt es sich zum einen um den Digital Services Act (DSA), zum anderen um den Digital Markets Act (DMA). Diese beiden Gesetze besagen, dass sich WhatsApp und Co. für kleinere Messenger öffnen müssen – wie etwa Singal, Threema und so weiter. Wie die kleinen Messenger auf diese Änderung reagieren werden, ist noch unklar.

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Heftige Strafen für Meta und Co.

Doch noch drohen den Riesen-Konzernen keine Einschränkungen. Die DMA zum Beispiel muss erst einmal noch vom Europaparlament durchgewunken werden – Experten meinen jedoch, dass dies ohne Probleme geschehen wird. Danach muss das Gesetz erst einmal veröffentlicht werden, und erst dann tritt es in Kraft. Konsequenzen für die Nutzer werden erst im Jahr 2024 erwartet.

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Doch was geschieht, wenn einer der Konzerne gegen diese neuen Regelungen verstößt? Auch dafür sollen bereits Strafen festgelegt werden. Zum Beispiel könnten bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes eingezogen werden, bei wiederholten Verstößen bis zu 20 Prozent. Die EU behält sich vor, Fusionen zu unterbinden oder sogar ganze Unternehmen zu zerschlagen. Für die Tech-Giganten werden diese Gesetze also ein echter Dorn im Auge sein, doch für den Endverbraucher wird dadurch einiges leichter. In Zukunft ist es also egal, welchen Messenger das Gegenüber benutzt – man kann mit jedem schreiben, egal ob über WhatsApp, iMessenger oder einer sonstigen Messenger-App.

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