Verbraucherschutz geschockt: Ekelfund in Supermarkt-Wurst

Eine Untersuchung der Wurstwaren brachte schockierende Details ans Tageslicht.

, 08:28 Uhr
Verbraucherschutz geschockt: Ekelfund in Supermarkt-Wurst
Jaz_Online/Shutterstock

Eine Recherche von „Spiegel“ und „NDR“ hat ergeben, dass in zahlreichen Wurstwaren Seperatorenfleisch verarbeitet wird. Dabei handelt es sich um Fleischreste, die so aufgearbeitet werden, dass sie später mit in das Produkt gepackt werden können.

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Gleich mehrere Fleischkonzerne stehen unter Verdacht, Seperatorenfleisch zu verwenden. Das billige Restprodukt soll den Recherchen zufolge in mehreren Proben nachgewiesen worden sein. Tierkörper und grob zerkleinerte Knochen, an denen sich noch restliches Fleisch befindet, werden durch Siebe gepresst und es bleibt eine klebrige Masse übrig.

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„Das ist so eine Mischung zwischen Hundekacke und Silikon vom Fenster, klebt nur nicht ganz so schlimm an den Fingern. Es ist völlig zerrissen. Das Zeug ist einfach ekelhaft und in jedem Fall minderwertig“, erklärte der ehemalige Metzgermeister Franz Voll. Bisher war der Nachweis des Restprodukts kaum möglich. Nun wurde ein neues Verfahren angewandt, bei dem 30 Proben untersucht wurden.

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„Einfach ekelhaft und in jedem Fall minderwertig“

Dabei handelte es sich um Geflügelwurst und Geflügelfleischwaren aus dem Supermarkt. In neun von ihnen haben die Wissenschaftler Seperatorenfleisch nachweisen können – darunter vier Bio-Wurstwaren. In den Stückfleischproben, wie beispielsweise Filet, konnten keine Spuren nachgewiesen werden.

Die Verwendung der Fleischreste ist in Deutschland nicht verboten, muss jedoch auf dem Produkt angegeben werden. Verzichten Unternehmen auf die verpflichtende Kennzeichnung drohen rechtliche Konsequenzen. Fünf der positiv getesteten Produkte stammen von der in Böklund ansässigen „Zur Mühlen Gruppe“, die zur Tönnies-Unternehmensgruppe gehört. Zwei waren auf Franz Wiltmann zurückzuführen und je ein Produkt auf die Hersteller Wiesenhof und Mecklenburger Landpute GmbH. Sie wurden unter Markennamen wie Gutfried, Edeka Bio, Rewe Bio oder Rewe Beste Wahl verkauft. Keine der Waren wurde gekennzeichnet.