Toleranz: Definition, Tipps, No-Gos

Toleranz ist der Schlüssel zu einem harmonischen Zusammenleben. Und auch im Joballtag profitieren wir davon, wenn wir uns aufgeschlossen zeigen und nicht sofort alles argwöhnisch betrachten, was neu oder anders ist. Wie du ein klein wenig toleranter werden kannst, erfährst du jetzt.

, 21:37 Uhr
Toleranz: Definition, Tipps, No-Gos
Africa Studio/shutterstock

Definition Toleranz: Begriff einfach erklärt

Toleranz und tolerantes Verhalten hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen beachtlichen Aufwind erfahren. Viele Unternehmen schreiben sich mittlerweile auf die Fahnen, tolerant zu sein und auf Diversität zu setzen. Aber was verbirgt sich hinter dem Begriff Toleranz überhaupt?

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Bezeichnete man jemanden als tolerant, so meinte man damit ursprünglich, dass er in der Lage ist, eine bestimmte Situation oder andere äußere Einflüsse zu ertragen oder zu erdulden. So lautet übrigens auch die Übersetzung des lateinischen Verbs „tolerare“, von dem sich unser heutiges Wort Toleranz oder das dazugehörige Verb tolerieren ableitet.

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Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Bedeutung des Begriffs jedoch verändert. Wenn wir heute von einer toleranten Person sprechen, meinen wir nicht unbedingt, dass er oder sie in der Lage ist, etwas auszuhalten, was kaum zu ertragen ist. Wir meinen damit eher, dass die Person andere Meinungen, Interessen, Neigungen oder Verhaltensweisen akzeptiert, ohne sich dagegen zu wehren.

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Was ist Toleranz?

Ein Blick in das Duden-Wörterbuch hilft dabei, der Definition des Begriffs Toleranz einen Schritt näher zu kommen. Dort ist zu lesen, dass ein toleranter Mensch „bereit [ist], eine andere Anschauung, Einstellung, andere Sitten, Gewohnheiten u.a. gelten zu lassen.“

Synonyme zum Begriff Toleranz

Und auch Synonyme, also andere Wörter, die die gleiche oder eine ähnliche Bedeutung wie das Wort Toleranz haben, finden wie im Duden. Nämlich beispielsweise:

  • Duldsamkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Entgegenkommen
  • Offenheit
  • Freimütigkeit
  • Liberalität
  • Vorurteilsfreiheit
  • Nachsicht
  • Verständnis
  • Liberalität

Kurz gesagt, wer tolerant ist, lässt andere Personen so sein, wie sie sind und begegnet ihnen möglichst ohne Vorurteile.

Toleranz vs. Akzeptanz: Gibt es Unterschiede?

Die beiden Begriffe Toleranz und Akzeptanz werden häufig ebenfalls synonym, also bedeutungsgleich verwendet. Doch sie sind es genau genommen nicht. Beide unterscheiden sich in der Art und Weise, wie wir auf etwas reagieren, mit dem wir nicht von vornherein einverstanden sind:

  1. Toleranz: Wenn ich gegenüber Hundebesitzern tolerant bin, dann verzichte ich darauf, sie (und ihren vierbeinigen Freund) bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet, anzumachen. Auch wenn ich nicht begeistert davon bin, wenn mal wieder Bello den Bürgersteig „verziert“ hat, lasse ich die Hundebesitzer in Ruhe.
  2. Akzeptanz: Sollte ich jedoch keine Vorliebe für Hunde haben und ein Hundebesitzer zieht in die frei gewordene Wohnung unter mir, ist vermutlich nicht nur Toleranz gefragt. In diesem Fall sollte ich ganz aktiv akzeptieren, dass von nun an immer mal wieder ein Bellen zu hören sein wird  – im besten Fall auch wirklich nur das. Entscheide ich mich dafür, den Hundebesitzer zu akzeptieren, ist das eine aktive Handlung, zu der ich mich entschließen muss. Toleranz dagegen ist viel passiver und hat in dieser Hinsicht noch einige Berührungspunkte mit der ursprünglichen Bedeutung, nämlich, dass ich Dinge erdulde, die ich ohnehin nicht ändern kann.

Toleranz im Job: Warum sie so wichtig ist

Wer andere Menschen so sein lässt, wie sie sind, ist auf jeden Fall ein angenehmerer Zeitgenosse als solche Personen, die ständig etwas auszusetzen haben. Toleranz ist also für das friedliche Zusammenleben von Vorteil. Das gilt nicht nur, aber eben auch im Joballtag. Denn anders als in unserer Freizeit, können wir uns die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, nur bedingt aussuchen. Für die meisten Arbeitnehmer heißt es daher immer noch, sich mit den Kollegen und den Vorgesetzten bestmöglich zu arrangieren. Und das gelingt besser, wenn man ein gutes Maß an Toleranz an den Tag legt.

Toleranz ist also wichtig, in vielen Fällen aber nur die Grundlage für ein harmonisches Miteinander. Denn aus der Toleranz erwachsen viele weitere sehr wichtige Eigenschaften. Sie ist die Grundlage für Respekt und Anerkennung. Und damit nicht nur für Angestellte, sondern auch für die Führungskräfte im Unternehmen essentiell wichtig.

No-Gos: Die Grenzen der Toleranz

Jedoch hat auch die Toleranz ihre Grenzen – und das ist auch gut so. Man sollte sich nämlich davor hüten, grundsätzlich allen und allem tolerant gegenüber zu sein. Im schlimmsten Fall würde man auf diese Weise die Augen vor Dingen verschließen, gegen die man eigentlich vehement angehen müsste. Klassiker am Arbeitsplatz sind Mobbing, Bossing  – also Mobbing durch den Vorgesetzten  – oder kriminelle Handlungen.

Wer derartige Dinge beobachtet oder gar Opfer von Mobbing wird, darf das auf keinen Fall dulden. Denn in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle hört das Mobbing leider nicht auf, wenn man es einfach stoisch erträgt. Im Gegenteil, die meisten Mobber fühlen sich durch die vermeintliche Schwäche ihres Opfers erst recht bestärkt und lassen sich immer neue Gemeinheiten einfallen.

Toleranter werden: Mit diesen Tipps mehr Toleranz aufbauen

Im Allgemeinen schadet es jedoch nicht, wenn man eher zu den toleranten statt zu den intoleranten Menschen gehört. Toleranz hilft uns dabei, nachvollziehen zu können, warum sich unser Kollege oder Kumpel so oder so entschieden hat. Auch dann, wenn wir in der gleichen Situation vollkommen anders gehandelt hätten.

Toleranz ist damit auch eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir anderen Personen mit Respekt begegnen. Und Respekt wiederum ist nötig, damit wir andere Menschen und ihre Leistung wertschätzen können. Respekt, Anerkennung und Wertschätzung sind zentrale Kriterien dafür, dass wir uns bei unserem Arbeitgeber wohl fühlen und unser Potenzial voll ausschöpfen können. Sie sind davon abgesehen aber natürlich auch in unserem Privatleben wichtig. Denn wer von uns möchte nicht wertschätzend und respektvoll behandelt werden? Eben.

Schauen wir uns daher an, wie wir toleranter werden könne

  1. Neues Fehlerbewusstsein antrainieren: Die Toleranz einiger Menschen endet dort, wo es vermehrt zu Fehlern anderer kommt. Es kann daher helfen, toleranter zu werden, wenn man sich bewusst macht, dass Fehler nun einmal zum Leben dazu gehören. Auch solche Fehler, die man selbst vermutlich nicht machen würde.
  2. Eigene Schwächen bewusst machen: Umgekehrt kann es durchaus sein, dass auch wir mit einigen Verhaltensweisen Irritationen auslösen. Denn mit Sicherheit machen auch wir nicht alles perfekt und könnten damit anderen Personen vor den Kopf stoßen. Wer sich darüber im Klaren ist, kann vielleicht mit den Verfehlungen anderer etwas nachsichtiger sein.
  3. Offenheit trainieren: Ohne Vorbehalte auf andere zuzugehen, ist ein Kennzeichen von Toleranz und ein wichtiges Kriterium von Respekt. Wem das gelingen will, der muss sich hin und wieder genau dazu zwingen. Statt von vornherein den Yoga-Kurs mit der Kollegin kategorisch abzulehnen, weil dir Yoga zu esoterisch ist, solltest du dich ganz bewusst dafür entscheiden – zumindest solltest du dich überwinden, an einer Probestunde teilzunehmen. Wer weiß, vielleicht gefällt es dir ja doch. Und wenn nicht, weißt du es dann wenigstens aus eigener Erfahrung, dass diese Art von Sport tatsächlich nichts für dich ist. Auf jeden Fall hast du neue Eindrücke gesammelt, was dir langfristig helfen wird, toleranter zu werden.