Telefoninterview: So bereitest du dich vor

Die Coronapandemie hat es möglich gemacht: Wo früher ein erstes Kennenlernen für einen neuen Job nur im persönlichen Vorstellungsgespräch möglich war, verlagern heute einige Unternehmen diesen Schritt ins Netz oder führen ein Telefoninterview, um ganz grob abzuklären, ob der Bewerber überhaupt ins Unternehmen und zu dem Job passen könnte. Obwohl dieses Interview nur am Telefon geführt wird, solltest du es aber nicht unterschätzen. Geht es daneben, war es das vermutlich nämlich mit einer Einladung zu einem persönlichen Termin in der Firma. Damit das nicht passiert, sondern du dich im Telefoninterview von deiner besten Seite zeigst, haben wir hier einige Tipps für die Vorbereitung des Telefoninterviews und eine Antwort auf die häufigsten Fragen…

, 18:38 Uhr
Telefoninterview: So bereitest du dich vor
Dean Drobot/shutterstock
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Warum entscheiden sich Personaler für ein Telefoninterview?

So ein Bewerbungsprozess kann für das Unternehmen ganz schön teuer sein. Zunächst muss sich der Personaler überlegen, welche Infos er in die Stellenanzeige packt und diese Anzeige dann ins Netz stellen. Wenn die ersten Bewerbungen eingehen, schaut er sie sich an und filtert zunächst diejenigen Kandidaten aus, die überhaupt nicht auf die Stelle passen. All das kostet eine Menge Arbeitszeit und damit Geld.

Würde der Personaler jetzt auch noch alle Personen, die in die nähere Auswahl kommen, zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einladen, würde das noch viel mehr Kosten verursachen. Um das zu vermeiden, bietet sich ein Telefoninterview an, denn damit entfallen die Reisekosten für den Bewerber und im Zweifelsfall – sollte sich herausstellen, dass der Bewerber nicht passt – kann man das Gespräch recht schnell mit ein paar freundlichen Floskeln beenden.

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Vorteile eines Telefoninterviews

Die Vorteile eines Telefoninterviews sind also:

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  • Das Unternehmen spart Arbeitszeit und Geld.
  • Der Kandidat erspart sich eine mitunter anstrengende und längere Anreise
  • Termine lassen sich relativ spontan vereinbaren.
  • Der Kandidat führt das erste Gespräch in seiner gewohnten Umgebung, was dazu beitragen kann, dass er weniger nervös ist.
  • Die wichtigsten Punkte zum Unternehmen oder zum eigenen Lebenslauf kann sich der Bewerber auf einen Spickzettel schreiben und bei einem Hänger kurz und unauffällig nachsehen.

 

Telefoninterview: Unter anderem bei Lidl beliebt

Aufgrund dieser vielen Vorteile wird das Telefoninterview immer beliebter. Auch große Arbeitgeber, wie zum Beispiel Lidl, die Deutsche Bahn oder die Deutsche Bank nutzen das Telefoninterview, um einen ersten Eindruck von einem potentiellen Kandidaten für den Job zu bekommen.

 

Der richtige Zeitpunkt für das Telefoninterview

Einer der genannten Vorteile, nämlich die große zeitliche Flexibilität bzw. Spontaneität kann jedoch zu einem Nachteil für dich werden. Wenn dich der Personaler unvermittelt anruft und auf der Stelle ein Telefoninterview mit dir führen möchte, klingt das zunächst vielleicht schmeichelhaft. Denn anscheinend war er von deinem Lebenslauf so beeindruckt, dass er nicht warten, sondern sofort ein Gespräch mit dir führen möchte.

Auf der anderen Seite kann das aber auch recht gefährlich für dich werden. Denn schlecht oder gar nicht vorbereitet, gibst du vielleicht Antworten auf die Fragen des Personalers, die ihn nicht wirklich überzeugen. Oder aber du hast die wichtigsten Daten zum Unternehmen gerade nicht parat, weil du dich nicht nur auf eine Stelle, sondern gleich auf mehrere bei unterschiedlichen Arbeitgebern beworben hast – da kann man sich natürlich nicht alle Zahlen und Fakten gleichermaßen merken.

Kurzum, der Zeitpunkt für das Telefoninterview ist äußerst ungünstig. Was tun? Es spricht in diesem Fall nichts dagegen, den Personaler darum zu bitten, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anzurufen und das Telefoninterview mit dir zu führen. Du kannst dabei auch ruhig sagen, dass du dich gerne ein wenig auf das Telefonat vorbereiten möchtest, weil es dir wichtig ist, einen guten ersten Eindruck zu machen.

Damit zeigst du, dass du an der Stelle interessiert bist und du außerdem professionell wirken möchtest. Und welcher Personaler könnte das schlecht finden? Eben.

Wenn du vermeiden möchtest, dass dich der Personaler kalt erwischt, gibt es einen ganz einfachen Trick: Wenn du dich in der Bewerbungsphase befindest, solltest du keine Gespräche von unbekannten Nummern annehmen. Denn unter Umständen ruft dich der Personaler von einer solchen Telefonnummer an. Wenn du nicht abhebst, musst du dich nicht erklären, warum du jetzt gerade nicht sprechen kannst oder willst.

 

Telefoninterview Dauer: So lange dauert das Gespräch

Vielleicht fragst du dich, wie lange das Telefoninterview im Schnitt dauert. Denn auch von der Dauer hängt ab, wie umfangreich du dich vorbereiten musst – in einem kurzen Telefonat kann der Personaler nämlich viel weniger Fragen als in einem zweistündigen Gespräch stellen.

Die gute Nachricht: In der Regel musst du nicht damit rechnen, ganze zwei Stunden mit dem Personaler zu sprechen. Die Mehrzahl der Telefoninterviews dauert zwischen einer halben und einer Stunde.

 

Telefoninterview vorbereiten: Typische Fragen und Antworten

In der Regel erwarten dich im Telefoninterview ähnliche Fragen wie im Vorstellungsgespräch. Das ist eine gute Nachricht, denn wenn du gerade in der Bewerbungsphase bist, musst du dich auf die häufigsten Fragen im Vorstellungsgespräch ohnehin vorbereiten und eine passende Antwort parat haben.

Und die Vorbereitung auf das Telefoninterview beginnt mit deinem Lebenslauf. Schau dir deinen CV auf Lücken oder andere Unstimmigkeiten an. Denn der Personaler wird das auch tun und von dir wissen wollen, warum du zum Beispiel eine gewisse Zeitspanne lang nicht gearbeitet und was du während dieser Zeit gemacht hast.

Ebenfalls beliebt bei Personalern ist die Frage nach Dingen, die nicht in deinem Lebenslauf stehen. Auch darauf solltest du also gefasst sein. Diese Frage ist ein zweischneidiges Schwert. Gibst du nämlich eine interessante Antwort, bleibst du damit in Erinnerung. Auf der anderen Seite muss diese Antwort auch zu dem Unternehmen passen. Wenn du dich bei einem eher konservativen Arbeitgeber beworben hast, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Allzu private Details – auch wenn sie humorvoll gemeint sind – dürften nicht gut ankommen.

Wenn du diesen Punkt geklärt hast, kannst du die häufigsten Fragen, die im Telefoninterview gestellt werden, vorbereiten. Nämlich diese hier:

 

  1. Warum haben Sie sich bei uns beworben? Einer der Klassiker im Vorstellungsgespräch und daher auch im Telefoninterview Hier möchte der Personaler deine Motivation für den Job abklopfen. Halte also ein paar Informationen bereit, die genau zu dieser Position und zu diesem Unternehmen passen. Variationen, oder Fragen, die mit dieser in einer engen Verbindung stehen, sind zum Beispiel:
    • Warum möchten Sie ihren aktuellen Arbeitgeber verlassen?
    • Warum haben Sie bei ihrem vorherigen Arbeitgeber gekündigt?
    • Welche Qualifikationen bringen Sie für die Position mit?
    • Was interessiert Sie ganz besonders an der ausgeschriebenen Stelle?
  2. Wie würden Sie sich einer fremden Person beschreiben? Bei der Antwort auf diese Frage geht es um deine Selbstpräsentation. Der Personaler möchte jetzt hören, welche Eigenschaften und Kenntnisse zu mitbringst, die ein Gewinn für das gesamte Unternehmen sein könnten. Hohle Phrasen oder Banalitäten solltest du dir jetzt sparen. Konzentrier dich stattdessen auf einige ausgewählte Skills und belege deine Erfolge mit konkreten Beispielen. Klasse statt Masse lautet die Devise im Telefoninterview.
  3. Wie beurteilen Sie unser Portfolio? Und hier ist sie schon. Die Frage danach, ob du dich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hast. Daher ist es so wichtig, nicht unvorbereitet in das Telefoninterview zu gehen. Wenn du stattdessen mit Expertenwissen glänzen oder gar davon schwärmen kannst, wie toll du das Unternehmen und seine Produkte findest, dürfte dir das einige Pluspunkte bringen. Eine gute Voraussetzung dafür, dass das Telefoninterview ein Erfolg wird!