Studie zeigt, weshalb manche Menschen immun gegen Corona sind

Wissenschaftler aus Großbritannien untersuchten das Blut von Krankenhausmitarbeitern, die sich nie mit Corona infizierten.

, 08:35 Uhr
Studie zeigt, weshalb manche Menschen immun gegen Corona sind

Eine Studie verblüfft die Forscher. Denn es gibt einige Menschen, die immun gegen Covid-19 zu sein scheinen, obwohl sie mehrmals mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Großbritannien untersuchten dieses Phänomen nun genauer.

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Sie nahmen das Blut einer Reihe von Krankenhausmitarbeitern unter die Lupe. Eine Infektion mit Sars-CoV-2 kann sowohl symptomlos verlaufen als auch schwer bis tödlich. Die besagten Krankenhausmitarbeiter waren dem Virus täglich ausgesetzt. Sie arbeiteten auf Covid-Stationen und versorgten die schwerkranken Patienten. Die Forscher identifizierten und untersuchten 58 von ihnen, die trotz ihrer Arbeit gesund blieben.

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Alle Antikörper und PCR-Tests waren stets negativ. Ihre Kollegen hingegen steckten sich reihenweise an. Die Forschungsergebnisse erschienen in einer bisher ungeprüften Veröffentlichung im Fachmagazin „Nature“. Wie unter anderem der Fernsehsender „RTL“ berichtete, wurden in 20 Blutproben erhöhte Werte bestimmter T-Zellen festgestellt.

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T-Zellen sagen Corona den Kampf an

„Ich habe so etwas noch nie gesehen. Es ist wirklich überraschend, dass die T-Zellen eine Infektion so schnell kontrollieren können“, sagte Immunologe Shane Crotty. Demnach ist das Immunsystem der gesunden Menschen dazu in der Lage, das Virus zu vernichten, bevor es sich festsetzen und ausbreiten kann. Dies wird als sogenannte abgebrochene Infektion bezeichnet.

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T-Zellen werden auch als Gedächtniszellen bezeichnet. Das Immunsystem könnte also bereits darauf vorbereitet gewesen sein, die Eindringlinge schnellstens zu erkennen und zu vernichten. So konnten sich diese nicht vermehren. Das könnte durch bereits bekannte Coronaviren passiert sein oder auch durch andere Infektionen. Die genaue Ursache konnten die Forscher bisher nicht benennen. Auch das Immunprotein IFI 27 fiel bei 19 der Proben auf.

Die neuen Erkenntnisse können zur Impfstoffentwicklung beitragen. Aktuell wurde sich auf das sogenannte Spike-Protein des Virus konzentriert.  Nun könnte man die Proteine in den Fokus nehmen, die für den Replikationskomplex verantwortlich sind. Die Forscher warnen allerdings vor falschen Rückschlüssen und arbeiten an weiteren Studien zu diesem Phänomen.

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