Studie: Menschen mit bestimmtem Gen sterben seltener an Corona

Ein bestimmtes Gen hat großen Einfluss auf den Verlauf einer Coronainfektion.

, 17:43 Uhr
Studie: Menschen mit bestimmtem Gen sterben seltener an Corona
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Die Corona-Infektionszahlen befinden sich auch im Sommer noch auf einem hohen Niveau. Die aktuelle Welle scheint überstanden, dennoch mussten zahlreiche Menschen ihr Leben lassen. Einige spüren kaum etwas von der Erkrankung, während andere mit schweren Symptomen zu kämpfen haben. Eine deutsche Studie befasste sich nun mit der Frage, welche Faktoren das Sterberisiko durch eine Infektion verringern.

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Das Ergebnis der Untersuchungen zeigt, dass Menschen, die ein bestimmtes Gen in sich tragen, seltener an dem Virus versterben. Gemeint ist die Genvariante „GNB3 TT“, die rund 10 Prozent der europäischen Bevölkerung in sich tragen.

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„GNB3 TT“ sorgt für bessere Immunantwort

Das Sterberisiko wird durch dieses Gen um 35 Prozent verringert. Das Forscherteam der Uni Duisburg veröffentlichte die Studienergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift „Frontiers in Genetics“. Insgesamt wurden die Krankheitsverläufe von 1570 Patienten untersucht. „GNB3 ist ein Gen, das eine wichtige funktionelle Untereinheit der sogenannten G-Proteine verschlüsselt. Die G-Proteine sind in vielen Prozessen im Körper beteiligt. Unter anderem konnte unsere Arbeitsgruppe in eigenen Vorarbeiten bereits zeigen, dass die in der Studie beschriebene Genvariante eine Aktivierung von Immunzellen zur Folge hat“, erklärte Studienautorin Birte Möhlendick.

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Die frühzeitige Immunantwort spielt im Falle einer Infektion die wichtigste Rolle. „Wir konnten auch zeigen, dass die Zellen von Menschen mit dem GNB3 TT-Genotyp am stärksten auf das Coronavirus reagierten, was möglicherweise erklärt, warum bei diesen Genträgern das Todesrisiko so stark reduziert ist.“