Studie enthüllt: Frauen sterben häufiger, wenn sie von einem Mann operiert werden

Die Wissenschaftler untersuchten 1,3 Millionen Eingriffe.

, 16:38 Uhr
Studie enthüllt: Frauen sterben häufiger, wenn sie von einem Mann operiert werden

Werden Frauen von einem Chirurgen operiert, kommt es häufiger zu Komplikationen oder dem Tod, als wenn eine Frau die Operation durchführt. Dieses erschreckende Ergebnis enthüllte kürzlich eine Studie der Universität in Toronto.

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Statistisch gesehen soll die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau nach einer Operation, die von einem Mann durchgeführt wurde, aufgrund von Komplikationen erneut ins Krankenhaus muss oder sogar stirbt, um 15 Prozent höher sein. Die kanadischen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen veröffentlichten ihre Ergebnisse im Dezember im Fachjournal „JAMA Surgery“. Es wurden insgesamt 1,3 Millionen Eingriffe in England untersucht.

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Zudem stellte sich heraus, dass die Gefahr, dass Frauen binnen 30 Tagen nach der Operation sterben, um 32 Prozent höher war, wenn sie von einem Mann behandelt wurden.  „Die Ergebnisse haben reale medizinische Konsequenzen für Patientinnen“, erklärte Angela Jerath, eine der Autorinnen der Studie. Es wurden insgesamt 21 Arten von Eingriffen untersucht. Darunter Blinddarmentfernungen, die Implantation einer Knieprothese sowie Herz- und Hirn-OPs.

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Die Wissenschaftler möchten mit ihren Untersuchungen eine Diskussion um die Geschlechterverteilung im OP-Saal anstoßen. Denn ganze 86 Prozent der Chefchirurgen und Chirurginnen in England sind männlich. Bei Männern, die operiert wurden, konnten keine Unterschiede festgestellt werden. Sie wiesen das gleiche Ergebnis auf, egal ob ein Chirurg oder eine Chirurgin den Eingriff durchgeführt hatte.

Warum die von Männern durchgeführten Operationen bei Frauen eher Komplikationen nach sich ziehen, sei laut den Forschern jedoch schwer zu begründen. An den Fähigkeiten der Verantwortlichen könne es laut der Studienautoren nicht liegen. Möglicherweise läge es an „unterbewussten, tief verwurzelten Vorurteilen, Stereotypen und Einstellungen“. Es sei in jedem Fall wichtig, die Hintergründe zu erforschen: „Die Gründe hinter diesen Beobachtungen zu verstehen, bietet die Möglichkeit, die Behandlung für alle Patient:innen zu verbessern.“