Schulhof-Mord: Teenager wegen Totschlag angeklagt

Gegen den 16-jährigen Schüler wurde Anklage erhoben.

, 18:33 Uhr
Schulhof-Mord: Teenager wegen Totschlag angeklagt
Shuttertsock/Iryna Tolmachova

Mehr als zehn Wochen ist es bereits her, dass sich eine schreckliche Messerattacke auf dem Schulhof einer Bielefelder Schule ereignet hat. Ein 16-jähriger Teenager soll dort einem Familienvater ein Messer ins Herz gerammt haben, der 26-Jährige verstarb am Tatort.

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Das Motiv? Wohl ziemlich kompliziert. Der Anwalt des Schülers plädiert nämlich auf Notwehr, nachdem nun die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben hat. Am 6. Mai sei es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen an einer Gesamtschule gekommen. Die Jugendlichen hatten sich anschließend in einem Park getroffen und einander mit Eisenstangen verprügelt. Später kam es zu dem tödlichen dritten Treffen auf dem Schulhof der „Plaßschule“. Hier sollte es eigentlich zu einer Aussprache kommen, weshalb auch drei Erwachsene an dieser Besprechung teilnahmen.

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Shuttertsock/V. Tarasenko

Aussprache eskaliert

Doch dieses Treffen, das eigentlich Frieden bringen sollte, eskalierte. Vier Mitglieder aus der einen Gruppe sind kurzerhand abgehauen, sodass ihr Kumpel alleine da stand. Der 16-jährige Teenager zog wohl aus Angst ein Messer und erstach den Familienvater, der auf ihn zuging. Auch seinem Cousin, der jedoch überlebte, stach der Teenager in den Rücken. Anschließend ist der 16-Jährige verschwunden und hat sich Stunden später zusammen mit seinem Vater bei der Polizei gestellt.

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Der 26-jährige Familienvater hinterlässt eine schwangere Ehefrau, die in wenigen Monaten das Kind auf die Welt bringen soll. Laut „BILD“ war der als Friseur arbeitende Mann überall beliebt und wollte sich als Flüchtling mit seiner Familie gerade eine Existenz aufbauen. Doch das wurde dem werdenden Vater nun genommen – Der Prozess soll diesen Herbst vor dem Landgericht Bielefeld beginnen.