Scharfe Kritik für Lauterbachs neuen Corona-Plan

Virologen und Wissenschaftler sprechen sich gegen die gelockerte Testpflicht für Geboosterte aus.

, 17:47 Uhr
Scharfe Kritik für Lauterbachs neuen Corona-Plan
Juergen Nowak / Shutterstock.com

Am Dienstagabend einigten sich die Gesundheitsminister auf einen neuen Corona-Plan. Dieser wurde vom Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in die Wege geleitet. Besondere Sorge gilt momentan der sich ausbreitenden Virusvariante Omikron.

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Bis Weihnachten soll der Expertenrat sich zu dieser äußern. Zu diesem zählen unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Kinderärzte sowie Bildungsforscher. „Das wird die Grundlage wichtiger Entscheidungen sein, die wir im Bezug auf Omikron zu treffen haben“, sagte Lauterbach in einem Interview. Eine weitere Konferenz von Bund und Ländern steht in Aussicht.

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Im Rahmen des neuen Corona-Plans des Bundesgesundheitsministers soll die Testpflicht für Geboosterte gelockert werden. Dies würde bedeuten, dass Menschen, die bereits die dritte Impfung erhalten haben, bei dem 2G Plus Modell keinen Test mehr vorlegen müssen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einigten sich während der Sitzung am Dienstag bereits auf diese neue Regelung. Nach zwei Monaten kann sie je nach Infektionsgeschehen neu angepasst werden.

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„Was für eine irrsinnige Idee“

In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern ist allerdings auch für dreifach Geimpfte weiterhin ein Test vonnöten. Nun üben Wissenschaftler scharfe Kritik an diesem neuen Vorgehen. „Eine solche Maßnahme würde dazu beitragen, dass die Omikron-Welle sogar früher kommt. Wenn wir die Testpflicht jetzt lockern, sehe ich die Gefahr, dass Omikron gerade geboosterte Personen infiziert, die sich aber nie testen lassen müssen, und die dann das Virus munter verbreiten“, erklärte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Auch die Virologin Sandra Ciesek zeigte sich besorgt: „Was für eine irrsinnige Idee in der aktuellen Lage und der aktuellen Gefahr durch Omikron.“ „Es ist verfrüht, Menschen mit Boosterimpfung von der Testpflicht zu befreien“, betonte Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst. In Deutschland haben mittlerweile mindestens 21,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten.

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