O2-Mitarbeiter enthüllt: So werden Kunden abgezockt

Vor diesen Tricks sollten sich Kunden in Acht nehmen.

26.09.2023, 13:41 Uhr
O2-Mitarbeiter enthüllt: So werden Kunden abgezockt
Markus Manila/Shutterstock
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Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Mobilfunkanbieten in Deutschland. Ganz vorne mit dabei sind die Telekom, Vodafone und O2. Allerdings kommt es häufiger vor, dass Kundinnen und Kunden vor lauter Angeboten der Durchblick abhandenkommt.

Das scheint O2 sich zu Nutze zu machen. Ein Mitarbeiter enthüllte kürzlich, wie die Verbraucher teilweise belogen und abgezockt werden. Im Mittelpunkt steht eine ausgeklügelte Methode, im Rahmen derer sich die Verantwortlichen positive Google-Bewertungen zum Ziel gemacht haben. Erst kürzlich knackte der Mobilfunkanbieter die 1.000er-Marke. Shops, die besonders viele positive Bewertungen gesammelt haben, erhalten von der Chefetage sogar eine Urkunde.

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Diese Tricks wenden Mitarbeiter an

Der Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte, erklärte kürzlich in einem Interview, was dahintersteckt. Verliert ein Kunde sein Handy samt der SIM-Karte, kann bei O2 eine neue bestellt werden. Allerdings wird dafür eine Gebühr in Höhe von 30 Euro erhoben – zumindest meistens. Wie der Mitarbeiter nun berichtet, können die Angestellten selbst entscheiden, von wem sie das Geld verlangen. Hier kommt schließlich die Google-Bewertung ins Spiel: “Pass auf, wenn du uns bei Google eine 5-Sterne-Bewertung gibst, tauschen wir dir die SIM-Karte kostenlos aus.” 

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Während O2-Sprecher erklären, dass die Mitarbeiter diese Entscheidung nicht treffen kann, ist sich der anonyme Angestellte sicher. Auch Rabatte für 5-Sterne-Bewertungen soll es geben. Zudem sollen sogar neue SIM-Karten in einem speziellen Shop-Handy in einem Nebenzimmer aktiviert werden, um somit eine Provision in Höhe von 600 Euro abzufangen. Dabei erstellt der Mitarbeiter ein Konto in der O2-App. Fragt der Kunde dann, wieso er sich nicht auf seinem Smartphone in der App einloggen kann, heißt es: “Sie müssen einfach auf ‘Passwort vergessen’ tippen und ein neues Passwort anlegen.” Tut der Kunde dies nicht, können die Mitarbeiter auch später noch die Daten einsehen. So können schlimmstenfalls angeblich sogar Verträge verlängert, die Karte gesperrt oder auch ein neuer Vertrag im Namen des Kunden abgeschlossen werden. Ob die Verträge so tatsächlich verlängert werden, verriet der anonyme Mitarbeiter allerdings nicht. 

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Auch sogenannte Family-and-Friends-Codes werden offenbar abgefangen und anderen Kunden untergejubelt. Während man hier eigentlich einen Tarif für die Hälfte kriegen würde, tun die Mitarbeiter so, als gäbe es einen Bonus, wenn man die O2-TV-Option bucht. Eigentlich hätte der Tarif mit dem Code nur 15 Euro statt 30 Euro gekostet. Das weiß der Kunde aber nicht. Stattdessen schlägt man die TV-Option vor und verkauft den Tarif für 25 Euro. Der Kunde glaubt, er habe hier fünf Euro gespart. In Foren häufen sich zudem die Beschwerden über angeblich kostenlose Zusatzkarten, die später doch monatlich etwas kosten. Deshalb sollte man sich vor Abschluss eines Tarifs am besten selbst genau informieren.