Nach Hochwasser: Geheimes Nazi-Versteck in Hagen entdeckt

Bewohner entdeckten nach der Flut einen historischen Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg in ihrer Hauswand.

, 16:37 Uhr
Nach Hochwasser: Geheimes Nazi-Versteck in Hagen entdeckt
Stadtarchiv Hagen/dpa

Nach der verheerenden Flutkatastrophe in Deutschland arbeiten die Einwohner noch immer daran, alle Schäden zu beseitigen. Dabei wurde in einem Haus im nordrhein-westfälischen Hagen ein wissenschaftlicher Schatz aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.

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Ein Geschichtslehrer fand das geheime Nazi-Versteck im Haus seiner Tante. In einer Wand im Erdgeschoss hatte sich eine Rigipsplatte gelöst. Sebastian Yurtseven ging dem Schaden auf den Grund und stieß dahinter auf eine Zeitung aus dem Jahre 1945. Als er weiter forschte, entdeckte er in einer Art Schacht viele weitere Gegenstände, wie zum Beispiel einen Revolver, alte Dokumente, Schlagringe, zahlreiche Gasmasken und einen Parteiadler der NSDAP. „Das war tatsächlich erst mal Gänsehaut. Dass das so ein Riesenfund wird, habe ich nicht gedacht“, äußerte sich Sebastian gegenüber der Presse.

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Prof. Dr. Michael Baales/Stadtarchiv Hagen

Zwölf Kisten voll mit Fundstücken

Alle Fundstücke fallen unter Bodendenkmalschutz und werden nun von der LWL Archäologie für Westfalen, dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv gereinigt, konserviert und dokumentiert. Es handelt sich um ganze zwölf Kisten. Die Experten schätzen, dass die ältesten Fundstücke aus dem Jahr 1928 stammen. Das Material gehörte einer Dienststelle der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, die es beim Einmarsch der amerikanischen Truppen im Jahre 1945 wahrscheinlich schnellstmöglich verstecken wollten.

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Die Fundstücke könnten schon bald im Museum zu sehen sein. Bisher existiert nicht viel Material der damaligen Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt. Deshalb handele es sich laut dem Leiter des Hagener Stadtarchivs um einen „seltenen Fund“. Die heutigen Besitzer des Hauses erwarben es in den 60er Jahren. Niemand ahnte, dass sich in der Hauswand so wertvolles, historisches Material befinden würde.

Dr. Ralf Blank/Stadtarchiv Hagen
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