Mysteriöser Tsunami: Forschende finden heraus, warum die Riesenwelle so stark war

Im Jahr 2021 stand die Wissenschaft vor einem Rätsel und jetzt haben Forschende die Antwort gefunden.

, 12:18 Uhr
Mysteriöser Tsunami: Forschende finden heraus, warum die Riesenwelle so stark war
Ryan Janssens/ Shutterstock

Im Jahr 2021 hat nicht nur Corona weiterhin die Welt Atem gehalten, auch ein Tsunami, der über die Weltmeere hineinbrach, stellte die Forschung vor ein Mysterium. Zwar wusste man, wodurch der Tsunami ausgelöst worden war, dafür standen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vor zwei ganz anderen Fragen!

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Zu der Riesenwelle kam es durch ein Erdbeben der Stärke 7,5 in der Nähe der Südlichen Sandwichinseln im subantarktischen Südatlantik. Doch was die Forscherinnen und Forscher sich nicht erklären konnten: Zum einem lag das Epizentrums des Tsunamis in einer Tiefe von 47 Kilometern – eigentlich viel zu tief, um eine Riesenwelle auszulösen. Zum anderen gab es am gleichen Ort eine geologische Verwerfung von fast 400 Kilometern Länge. Für die Verhältnisse fiel diese viel zu groß aus.

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Das steckt hinter dem mysteriösen Tsunami

Belish/ Shutterstock

Ein Forschungsteam rund um den Seismologen Zhe Jia am California Institute of Technology führte eine Studie durch, um diese Fragen zu erforschen. Die Studie wurde in den Geophysical research Letters veröffentlicht. Nach einer genaueren Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich nicht um ein einzelnes Erdbeben gehandelt hatte. Tatsächlich kam es im Zeitraum von mehreren Minuten zu fünf Unterbeben. Das dritte der Beben mit einer Stärke von 8,2, fand 15 Kilometer unterhalb der Erdoberfläche stand. Die Forschenden gehen davon aus, dass es für den Tsunami verantwortlich war.

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Das Forschungsteam konnte das Signal des versteckten Unterbebens erst erkennen, als es die Wellen filterte. Erst nach 500 Sekunden fing das 200 Sekunden lange Unterbeben an und machte dann laut Zhe Jia 70 Prozent der freigesetzten Energie aus, er sagt:

„Das dritte Ereignis ist etwas Besonderes, denn es war riesig, und es war still. In den Daten, die wir normalerweise [für die Erdbebenüberwachung, Anm. d. Red.] betrachten, war es fast unsichtbar. Wir müssen die Art und Weise, wie wir die Erdbeben- und Tsunamigefahr eindämmen, neu überdenken. Dazu müssen wir die tatsächliche Größe großer Erdbeben sowie ihre physikalischen Prozesse schnell und genau charakterisieren.“