Mordfall Josefine H: Kriminalpsychologe enthüllt Theorie

Dr. Lüdke äußerte sich kürzlich gegenüber der Presse zum tragischen Tod der 14-Jährigen.

, 15:53 Uhr
Mordfall Josefine H: Kriminalpsychologe enthüllt Theorie
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Die 14-jährige Josefine H. aus Aschersleben wurde von ihrem Ex-Freund getötet. Er war ebenfalls erst 14 Jahre alt. Die genauen Beweggründe für die schreckliche Tat sind noch unbekannt. Die Ermittler fanden Josefines Leiche vergangene Woche in einem Garagenkomplex in ihrem Heimatort. Das Mädchen verabredete sich mit ihrem Ex-Freund am 4. November zur Übergabe persönlicher Gegenstände und kehrte nicht mehr nach Hause zurück.

Nun äußerte sich Kriminalpsychologe Christian Lüdke zu dem Vorfall. Gegenüber dem „Focus“ sprach er über die möglichen Beweggründe des 14-Jährigen, die schließlich dazu führten, dass Josefine sterben musste. „Das sind Jugendliche, die eine langjährige, gestörte Persönlichkeitsentwicklung hinter sich haben. Denn kein Mensch wird über Nacht zum Mörder, auch kein 14-jähriger Schüler“, erklärte er in dem Interview. „In gewisser Weise sammelt sich hier ein gehöriges Potenzial krimineller Energie an. Das Töten stellt für diesen 14-jährigen Täter eine ganz primitive Form der Konfliktbewältigung dar. Er wollte einfach seine Ruhe haben, wollte das Mädchen zum Schweigen bringen.“

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„Dieser 14-Jährige aber griff zum Messer.“

Man geht davon aus, dass der Junge mit dem Scheitern seiner Beziehung nicht umgehen konnte. Schließlich sammelte sich die Wut in ihm an. Auch sein Alltag und sein Standpunkt in der familiären Situation könnte eine Rolle gespielt haben: „Wenn solche Jugendliche nie das Gefühl haben, als Person wahrgenommen zu werden, dann wähnen sie sich im Abseits. (…)  Deshalb ist ein solcher ungeheuerlicher Gewaltausbruch der Versuch, die innere Ohnmacht in ein kurzzeitiges Erleben von Allmacht zu verwandeln. (…) Aus der Entfernung würde ich vermuten, dass es bei dem Täter an Zuneigung mangelte. Das beweist auch der Umstand, dass er die Tat bereits geplant haben soll.“

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In einer WhatsApp-Gruppe schrieb Josefines Mörder anschließend „Jetzt nervt sie mich nicht mehr“: „Das belegt den Planungsgrad, den er offensichtlich hatte. Das war sein Lösungsweg. Stabile Jugendliche reden mit engen Vertrauten oder ihren Eltern über ihre Probleme. Dieser 14-Jährige aber griff zum Messer.“

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