Marsili: So gefährlich ist Europas gigantischer Untersee-Vulkan

Der Marsili befindet sich vor der Küste Italiens.

, 12:59 Uhr
Marsili: So gefährlich ist Europas gigantischer Untersee-Vulkan
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Kürzlich erschütterte die Erde der Vulkanausbruch von Tonga. Die Druckwelle des riesigen Meeresvulkans war sogar in Deutschland messbar. Nach der Katastrophe kam die Frage auf, ob sich ein solche Naturereignis auch in Europa abspielen könnte.

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Tatsächlich existiert vor der Küste Italiens ein gigantischer Untersee-Vulkan. Sein Name ist Marsili. Er ist einer der größten aktiven Vulkane Europas. Er erstreckt sich über eine Fläche von 2100 Quadratkilometern. Der Marsili ist 70 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Dabei befindet er sich rund 450 Meter unter dem Meeresspiegel und liegt 100 Kilometer von der italienischen Küste entfernt.

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Eruption könnte spürbare Folgen haben

Eine Eruption könnte spürbare Folgen haben. Auch wenn das Wasser einen Ausbruch abmildert, konnte man an dem Vulkan Hunga-Tonga-Hunga-Ha’apai sehen, dass die Lava mit enormer Wucht in die Luft gedrückt wird. „Ich weiß von Unterwassereruptionen bei den Azoren, bei denen große Lavabrocken, die aufgrund mit Gas gefüllter Poren für einige Zeit dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen können und somit für Schiffe sehr gefährlich sein können“, erklärt der Geophysiker Birger-Gottfried Lühr.

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Zudem kann es wie bei dem Vulkan vor Tonga zu Tsunamis kommen. Deutschland wäre im Falle eines Ausbruchs laut dem Geophysiker jedoch nicht gefährdet: „Für Deutschland sehe ich keine Gefahr.“  Zudem ist der Ausbruch des Marsili eher unwahrscheinlich: „Auch wenn im Bereich des Marsili kleinere Erdbeben im Magnitudenbereich 2 bis 3 beobachtet werden, gibt es, wie auch für den Eifel-Fall, keine Anhaltspunkte, die auf eine Eruption in nächster Zeit hinweisen.“

Dennoch betont Lühr, dass die Menschheit bisher enormes Glück gehabt hat: „Vulkaneruptionen gehören zu den wenigen Naturereignissen, die nicht nur lokale oder regionale Auswirkungen haben können, sondern auch globale. Die Menschheit hat nur Glück gehabt in den letzten 200 Jahren.“