Krankenkassen schlagen Alarm: Beitragserhöhung ab 2022 nötig

Aufgrund finanzieller Defizite kündigen die Chefs der Krankenkassen eine mögliche Beitragserhöhung für 2022 an.

, 12:59 Uhr
Krankenkassen schlagen Alarm: Beitragserhöhung ab 2022 nötig

Die Chefs der Krankenkassen äußerten sich kürzlich zu den ansteigenden Kosten der Versicherungen. Demnach fehlt es an Zuschüssen in Milliardenhöhe. Sollte die Bundesregierung die Kassen nicht unterstützen, drohen den Versicherungsnehmern höhere Beiträge ab dem kommenden Jahr.

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Gegenüber dem RND verkündete Christoph Straub, Chef der Barmer, dass eine Unterstützung von weiteren 7 Milliarden Euro nötig sei. „Ansonsten drohen Anfang 2022 massive Beitragserhöhungen auf breiter Front. Die Rücklagen der Kassen sind weitgehend aufgebraucht, die Reserven des Gesundheitsfonds sind auch weg“, erklärte er weiter. Die Kosten der Krankenkassen seien in den letzten Monat explosionsartig angestiegen.

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Möglicher Anstieg der Zusatzbeiträge auf zwei Prozent

Auch Jens Martin Hoyer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK, äußerte sich besorgt zu den aktuellen finanziellen Gegebenheiten: „Die aktuellen Ergebnisse bestätigen unsere Befürchtungen für das Jahr 2022: Auch im zweiten Halbjahr 2021 ist keine Entlastung im Hinblick auf das zu erwartende strukturelle Defizit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im kommenden Jahr zu erwarten.“ Sollte die Bunderegierung den Forderungen der Kassen nicht nachkommen, könnte der Zusatzbeitrag im kommenden Jahr „von derzeit 1,3 auf 2 Prozent ansteigen“.

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Somit könnten die Krankenkassenbeiträge bis zu 16,6 Prozent des Bruttolohns ausmachen. Nachdem im ersten Quartal noch weniger Behandlungen und Operationen in Anspruch genommen wurden, hat sich das Leistungsgeschehen mittlerweile wieder normalisiert. Auch die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel wurde angehoben. All diese Ereignisse führen schließlich zum finanziellen Defizit der Krankenkassen.

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