Jobwechsel mit 40: Tipps, Fehler und gute Gründe

Mit 40 noch einmal beruflich neu anfangen? Warum nicht? Schließlich ist in der Mitte des Lebens noch mehr als genug Zeit, sich neu zu orientieren. Wir haben Tipps für dich, wie der Jobwechsel mit 40 gelingen kann und mit welchem 3-Schritte-Plan du dein Vorhaben in die Tat umsetzen kannst. Außerdem verraten wir dir typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest.

, 21:49 Uhr
Jobwechsel mit 40: Tipps, Fehler und gute Gründe

Jobwechsel mit 40: Besser als innere Kündigung

Wer heute um die 40 ist, hat vermutlich noch ungefähr 30 Jahre im Beruf vor sich. Eine wirklich beachtliche Zeitspanne – und die sollte man nicht damit zubringen, jeden Morgen schlecht gelaunt zur Arbeit zu gehen oder vielleicht sogar innerlich zu kündigen.

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Im Gegenteil, wer mit 40 mit seinem Job unzufrieden ist, hat noch mehr als genug Zeit, sich beruflich neu zu orientieren und wenn nötig noch einmal ganz von vorne anzufangen. Die Mitte des Lebens ist dafür vielleicht auch deshalb ein guter Zeitpunkt, weil man als Arbeitnehmer um die 40 einige Jahre Berufserfahrung vorweisen kann. Der neue Arbeitgeber profitiert also von dem Wissen, das sich sein neuer Beschäftigter in seinem bisherigen Erwerbsleben angeeignet hat. Denn dieses Wissen verschwindet ja nicht einfach, wenn man mit 40 einen Jobwechsel hinlegt.

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Fehler beim Jobwechsel mit 40

Zugegeben, Arbeitnehmer, die um die 40 sind, handeln in vielen Fällen nicht ganz so impulsiv wie jüngere Beschäftigte, die sich vielleicht wegen negativer, destruktiver Kritik eines Vorgesetzten überlegen, den Job zu kündigen. Oder die im Affekt nach einem Anschiss sogar mit einer Kündigung drohen.

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Das heißt jedoch nicht, dass nicht auch Mitarbeiter um die 40 Fehler beim Jobwechsel machen würden. Im Gegenteil, auch diese Personen lassen sich immer wieder von ihren Emotionen leiten, wenn sie ihren Job wechseln möchten.

Das Ergebnis sind unter anderem folgende typische Fehler:

 

1. Zu viele Wechsel

Auch wenn Personaler sagen, dass ein Wechsel des Arbeitgebers alle drei bis fünf Jahre durchaus vertretbar sein könnte, sollte man es damit nicht übertreiben. Wer sofort nach dem ersten Konflikt den Job wechselt, macht schnell den Eindruck, wenig konfliktfähig zu sein. Auf der anderen Seite könnte der Arbeitgeber in spe aber auch an der Loyalität des Bewerbers zweifeln. Denn wer schnell wechselt, ist eben nur lasch an seinen Arbeitgeber gebunden.

2. Zu späte Wechsel

Es kann allerdings auch ein Fehler sein, viel zu lange abzuwarten, bevor man sich nach einer neuen Arbeitsstelle umschaut. Wenn klar ist, dass es bei dem aktuellen Arbeitgeber keine Entwicklungsperspektiven gibt, sollte man sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung machen. Denn auch zu langes Zögern kann dem Bewerber negativ ausgelegt werden.

Der Personaler wird sich vielleicht fragen, wieso der Bewerber so lange gewartet hat, ob ihm das nötige Selbstbewusstsein für eine neue Bewerbung fehlt oder ob er vielleicht nicht die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringt, sich bei einem anderen Unternehmen weiterzuentwickeln.

 

3. Falsche Gründe

Klar, wer sich auf einen neuen Job bewirbt, der wird vermutlich auch mehr Geld wollen. Doch die Bezahlung allein sollte nicht der ausschlaggebende Punkt sein, warum man über einen Jobwechsel nachdenkt. Auch dann nicht, wenn man um die 40 ist und endlich genügend Geld verdienen möchte.

Lässt man sich nämlich nur von der Aussicht auf mehr Gehalt verlocken, könnte man in absehbarer Zeit wieder über einen Jobwechsel nachdenken. Dann nämlich wenn klar wird, dass auch bei dem neuen Arbeitgeber die Entwicklungsmöglichkeiten nicht besser sind und man auch dort mit der Firmenkultur nicht komplett zufrieden ist.

 

4. Brücken abreißen

Gerade in der aktuellen Situation (Fachkräftemangel) kommt es immer häufiger vor, dass ehemalige Mitarbeiter zu ihrem früheren Arbeitgeber zurückkehren. Wer ein Unternehmen verlässt, sollte das daher im Guten tun und darauf verzichten, seinen Kollegen oder gar Vorgesetzten am letzten Arbeitstag endlich einmal das zu sagen, was man schon viele Jahre lang loswerden wollte.

Viel besser und außerdem ein Zeichen von Größe ist es, wenn man ohne Groll und ohne Auszuteilen aus dem Unternehmen scheidet. Wer es sogar schafft, ein gutes Verhältnis zu seinem ehemaligen Chef zu behalten, hält sich die Tür offen. Und man weiß schließlich nie, wofür man das mal gebrauchen könnte.

 

Jobwechsel mit 40: So kann es gelingen

Nachdem nun klar ist, was du bei deinem Jobwechsel mit 40 unterlassen, stellt sich die Frage, was du tun solltest, um in der Mitte des Lebens einen neuen Job zu finden. Denn schließlich geht es nicht nur darum, irgendeinen neuen Job zu finden, sondern sich im Idealfall so zu positionieren, dass man die nächsten Jahre glücklich und motiviert arbeiten kann.

 

Mit unserem 3-Schritte-Plan kann genau das gelingen:

  1. Wo stehe ich? Wie bei jeder Neuorientierung sollte man sich vorab die Frage stellen, wo man aktuell steht, was man gut findet und wo man Verbesserungspotenzial sieht. Das klingt einfacher als es ist. Denn viele Arbeitnehmer scheitern genau an diesem Punkt. Sie nehmen ihre aktuelle Situation als gegeben hin und sind eher bereit, sich nach unten als nach oben zu orientieren. Eine klare Standortbestimmung kann hier helfen. Wer es nicht alleine schafft, der kann zum Beispiel bei einem Coach oder einem Mentor um Hilfe bitten.
  2. Was macht mich glücklich? Ein Jobwechsel mit 40 gelingt kaum ohne ein gehöriges Maß an Selbstreflexion. Denn die Zeiten, in denen man ganz unbeschwert in verschiedene Jobs hinein schnuppern konnte, sind mit 40 vorbei. Vor dem Jobwechsel heißt es daher, sich ganz detailliert Gedanken darüber zu machen, wo die berufliche Reise in den nächsten Jahren hingehen soll. Fragen, die dir dabei helfen können, genau das herauszufinden, können zum Beispiel sein:
    • Wo liegen meine Stärken und Talente?
    • Welchen Beruf wollte ich als Kind unbedingt ausüben, was hat mir als Kind besonders viel Freude gemacht?
    • Welchen Job würde ich machen, wenn ich nicht ans Geldverdienen denken müsste?
    • Wie sieht der ideale Arbeitgeber für mich aus?
    • Welche Rahmenbedingungen muss es bei der neuen Firma geben?
    • Bin ich bereit, (noch einmal) zu studieren oder eine Aus- oder Weiterbildung zu machen?
    • Kann und möchte ich finanzielle Abstriche in Kauf nehmen?
    • Was sagt mein privates Umfeld dazu, dass ich mit 40 den Job wechseln möchte? Kann ich mit Rückhalt rechnen?
  3. Wo möchte ich hin? Der Jobwechsel mit 40 ist dann besonders erfolgversprechend, wenn du ein klares Ziel vor Augen hast. Wenn du dir im ersten Schritt Gedanken darüber gemacht hast, wo du aktuell stehst, sollte diese Frage umso leichter zu beantworten sein. Gerade bei einem Jobwechsel mit 40 gilt jedoch: think big! Du hast die nötige Berufserfahrung und das passende Mindset, um eine anspruchsvolle Position auszuüben und dich endlich in derjenigen Branche und bei demjenigen Arbeitgeber zu bewerben, bei dem du schon immer arbeiten wolltest. Leg dir einen möglichst konkreten Zeitplan dafür zurecht und kontrolliere in regelmäßigen Abständen, ob du deine selbst gesteckten Ziele einhältst. Der berufliche Neustart mit 40 darf natürlich kein Fass ohne Boden werden. Denn gerade in der Mitte des Lebens haben viele von uns einige finanzielle Verpflichtungen, denen sie nachkommen müssen: Haus oder Mietwohnung wollen bezahlt werden, die Kinder brauchen ständig neue Dinge und last but not least möchte man sich vielleicht auch selbst hin und wieder etwas gönnen. Bei dem Plan, den du entwickelst, darf daher der finanzielle Rahmen nicht fehlen.