Hamburg: Kinder müssen Strafe zahlen, wenn sie im Unterricht kein Deutsch sprechen

Die kontroverse Maßnahme sorgte für ziemlichen Aufruhr.

, 14:43 Uhr
Hamburg: Kinder müssen Strafe zahlen, wenn sie im Unterricht kein Deutsch sprechen
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An einer Schule in Hamburg wurde vor kurzem eine sehr ungewöhnliche Maßnahme eingeführt. Dort müssen die Kinder Strafe zahlen, wenn sie sich im Unterricht in ihrer Muttersprache unterhalten, berichtet unter anderem die „BILD“. Zwei Integrationsklassen sind von dieser Maßnahme betroffen und müssen zehn Cent in eine Strafkasse zahlen, wenn sie im Deutsch-Unterricht sich zum Beispiel auf Ukrainisch, Arabisch oder Russisch unterhalten. Erlaubt ist nur Deutsch, wie die Lehrer durchsetzen.

Tatsächlich wurde diese Maßnahme jedoch von den Kindern vorgeschlagen, berichtet ein Sprecher der Hamburger Schulbehörde. „Der Vorschlag, das ‚Abgleiten‘ in die Landessprache mit 10 Cent zu belegen, kam von den Schülerinnen und Schülern selbst. Alle fanden den Vorschlag gut.“ Leider soll der Deutschunterricht in den Integrationsklassen nicht mehr möglich gewesen sein, weshalb diese Regelung eingeführt wurde.

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Geld für einen guten Zweck

Diese Methode, die erst einmal ziemlich radikal klingt, findet der Schulleiter Sven Kertelhein jedoch unbedenklich. „Uns ist wichtig zu vermitteln, woher Regeln kommen. Dann zu entwickeln: Was soll geschehen, wenn sie jemand verletzt? Regeln wollen wir nicht zwingend vorgeben, sondern mit Schülern erstellen, sie müssen akzeptiert werden. Wenn die Summe höher gelegen hätte, z. B. bei fünf Euro, wären wir natürlich eingeschritten“, so der 54-Jährige.

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Mit dem gesammelten Geld in der Strafklasse wollten die Kinder eigentlich am Ende des Schuljahres ein Eis essen gehen. Das gestaltet sich jedoch als problematisch, da sich nur drei Euro in der Strafkasse befinden. Es scheint also, als müssten die Lehrer noch etwas drauflegen.

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