Gold-ETF: Einfach in Gold investieren ohne Schließfach und Tresor

Um Geld in Gold anzulegen, musst du nicht unbedingt Goldmünzen oder -barren kaufen. Die Anlage in Gold-ETFs ist eine sichere und kostengünstige Alternative.

, 11:30 Uhr
Gold-ETF: Einfach in Gold investieren ohne Schließfach und Tresor
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Investieren in Gold-ETF in Kürze:

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  • Gold-ETFs werden wie Aktien-ETFs an der Börse gehandelt, manche Banken bieten auch kostengünstige Sparpläne an.
  • Weil Gold-ETFs mit physischem Gold abgesichert sind, ist dein Anlagekapital auch bei einer Pleite der Fondsgesellschaft nicht in Gefahr.
  • Im Vergleich zu Barren und Münzen ist beim Gold-ETF nicht nur der Kaufpreis günstiger, sondern es entfallen auch die Kosten für die Aufbewahrung des Goldes im sicheren Bankschließfach.
  • Finanzexperten empfehlen, einen kleinen Teil des langfristig angelegten Vermögens zur Absicherung gegen große Krisen in Gold zu investieren.

Was ist ein Gold-ETF?

Börsengehandelte Indexfonds, die man auch als ETFs (Exchange Traded Funds) bezeichnet, kennst du wahrscheinlich vor allem aus der Aktienanlage. Hier bilden ETFs einen Index wie beispielsweise den Dax oder den MSCI-Weltaktienindex ab und bieten dir die Möglichkeit, mit geringen Nebenkosten und kleinen Anlagesummen gleich in einen ganzen Aktienindex einzusteigen.

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Weil ETFs bei Anlegern so beliebt sind, haben die Anbieter das Modell auf weitere Bereiche des Kapitalmarktes übertragen. Neben Anleihen-ETFs gibt es seit einiger Zeit auch ETFs auf Edelmetalle, insbesondere in Form von Gold-ETFs. Streng genommen lautet die Bezeichnung Gold-ETC, weil es sich um „Exchange Traded Commodities“, also um börsengehandelte Anlageprodukte auf einen Rohstoff, handelt.

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Die Funktionsweise ist ähnlich wie beim Aktien-ETF: Der Wert der ETF-Anteile wird an den tagesaktuellen Goldpreis gekoppelt, und mit dem Geld der Anleger erwirbt die Fondsgesellschaft physisches Gold. Dieses wird jedoch nicht am Sitz der Fondsgesellschaft gelagert, sondern bei spezialisierten Dienstleistern, die weltweit an verschiedenen Standorten hochgradig gesicherte Goldlager betreiben.

 

So funktioniert die Geldanlage mit Gold-ETFs

Als Anleger kannst du mit einem Gold-ETF auf einfache Weise in Gold investieren. Gold-ETFs werden wie Aktien oder andere ETFs an der Börse gehandelt, so dass du lediglich ein Wertpapierdepot benötigst. Dieses Depot kannst du entweder bei deiner Hausbank oder bei einer anderen Bank – beispielsweise bei einer kostengünstigen Direktbank – eröffnen. Zum Depot gehört im Regelfall ein Verrechnungskonto, das für die Abbuchung der Ordersumme beim Kauf und die Gutschrift des Gegenwertes der Wertpapier beim Verkauf dient. Dabei handelt es sich zumeist um ein Tagesgeldkonto, das kostenlos geführt wird. Achte beim Vergleich der Anbieter vor allem

  • auf die Gebühren beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren,
  • die jährlichen Depotführungskosten und
  • das Angebot an ETF-Sparplänen, zu denen idealerweise auch ein Gold-ETF-Sparplan zählen sollte.

Für die Einmalanlage erteilst du der depotführenden Bank eine Wertpapierorder in der gewünschten Höhe und gibst hierfür die Wertpapier-Kennnummer (ISIN) des Gold-ETFs ein. Nach Ausführung der Order wird der Gegenwert der Anteile von deinem Verrechnungskonto abgebucht, und die gekauften ETF-Anteile erscheinen in deiner Depotübersicht. Genauso einfach ist der Verkauf: Du muss in der Order nur angeben, ob du alle ETF-Anteile oder nur einen Teil davon verkaufen möchtest, und nach der Ausführung schreibt dir die Bank den Verkaufserlös auf dem Verrechnungskonto gut.

Wenn du einen Sparplan einrichten willst, suchst du in deiner Online-Depotverwaltung nach einem passenden Gold-ETF-Sparplan. Nun musst du nur noch die gewünschte Rate und den monatlichen bzw. vierteljährlichen Ausführungstermin eingeben und die Einrichtung des Sparplans bestätigen. Die Raten kannst du jederzeit ändern, vorübergehend aussetzen oder beenden.

Wer an den Veränderungen des Goldpreises partizipieren möchte, kann dies auch mit Gold-Zertifikaten tun. Hierbei handelt es sich um Schuldverschreibungen von Banken, deren Wertentwicklung an den Goldpreis gekoppelt ist.

Im Vergleich zu Gold-Zertifikaten haben ETFs keine Nachteile, da es sich in beiden Fällen um börsennotierte Wertpapiere handelt, für die bei Kauf und Verkauf die entsprechenden Ordergebühren anfallen.

Dafür bringen Gold-ETFs im Vergleich zu Zertifikaten einen wichtigen Vorteil mit sich. Während ETFs mit physischem Gold hinterlegt sind, bilden Anlagezertifikate den Goldpreis zumeist ohne weitere Absicherung ab. Bei einer Zahlungsunfähigkeit der Bank, die das Zertifikat herausgibt, verliert der Anleger den größten Teil seines Geldes, weil es sich um eine unbesicherte Schuldverschreibung handelt. Bei einem Gold-ETF würde hingegen bei der Zahlungsunfähigkeit der Fondsgesellschaft das physische Gold anteilig an die Anleger übertragen. Somit bringt dir ein Gold-ETF im Regelfall mehr Sicherheit als ein Gold-Anlagezertifikat.

Vor- und Nachteile im Vergleich zu physischem Gold

Eine weitere Möglichkeit, in Gold zu investieren, liegt im Erwerb von Goldmünzen oder -barren. Diese haben im Vergleich zum Gold-ETF den Vorteil, dass du das Gold jederzeit bei dir hast und es auch mitnehmen könntest, wenn du im Fall einer wirklich schlimmen Krise oder eines Krieges aus deinem Land flüchten müsstest.

Dennoch haben Gold-ETFs auch im Vergleich zum physischen Gold Vorteile. So musst du beim Kauf von Barren und Münzen immer einen Preisaufschlag in Kauf nehmen, was konkret bedeutet, dass du beim Erwerb eines Gold-ETFs einen günstigeren Kurs bekommst.

Außerdem fallen bei Goldbarren und Münzen zusätzliche Aufbewahrungskosten an, wenn du diese nicht zu Hause aufbewahrst und damit ein gewisses Diebstahlrisiko eingehst. Wer sein Gold im Bankschließfach deponiert, muss dafür jährliche Miete Zahlen – und diese Ausgaben entfallen beim Gold-ETF.

Welche Rolle spielt Gold in der Anlagestrategie?

Gold bringt im Gegensatz zu Aktien und Bankguthaben weder Dividenden noch Zinsen, so dass der Gewinn allein aus einem steigenden Goldpreis resultiert. Weil der Preis aus Angebot und Nachfrage resultiert, ist Gold immer dann teuer, wenn die Nachfrage stark steigt. Umgekehrt kann der Goldpreis wieder sinken, wenn die Nachfrage rückläufig ist oder sich vermehrt Investoren von ihren Goldbeständen trennen wollen.

Häufig bezeichnet man Gold als „Krisenwährung“, weil Nachfrage und Preis oft dann steigen, wenn in Krisenzeiten Anleger dem Bankensystem misstrauen und am Aktienmarkt Verlustgefahren sehen.

Somit kannst du Gold-ETFs nutzen, um das Verlustrisiko bei deinen Aktieninvestments abzufedern. Finanzexperten empfehlen, etwa 10 Prozent des langfristig angelegten Vermögens in Gold zu investieren – sozusagen als Versicherung für schlechte Zeiten.