Geld anlegen für Anfänger: Das ist die beste Anlage-Strategie

Wenn erfolgreich Geld anlegen willst, musst du kein Finanzexperte sein. Wichtig ist als Anfänger in dem Thema die sorgfältige Planung der Sparziele und die Abstimmung der einzelnen Finanzprodukte auf das Einsatzgebiet.

, 22:13 Uhr
Geld anlegen für Anfänger: Das ist die beste Anlage-Strategie
Shutterstock/Romolo Tavani
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Kurz zusammengefasst:

  • Bei der Geldanlage kannst du dich auf ein paar wenige Finanzprodukte beschränken.
  • Für das Sparen auf Anschaffungen eignen sich Bankprodukte wie Tagesgeld oder Sparbrief, für den langfristigen Vermögensaufbau sind Fonds- oder ETF-Sparpläne geeignet.
  • Lege zuerst deine Sparziele fest und entscheide dann, wie du Bank- oder Fondsprodukte gezielt einsetzen kannst.
  • Vergleiche beim Geld anlegen immer die Angebote. Bei Bankanlagen kommt es auf den Zins an, bei Fonds auf die langfristige Wertentwicklung und die Nebenkosten.

 

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Geld anlegen: Welche Produkte kommen in Frage?

Bevor du deine Geldanlage planst, solltest du die wichtigsten Finanzprodukte kennen, die dafür in Frage kommen. Hier gibt es gleich eine gute Nachricht: Du musst dich nicht mit allen möglichen Zertifikaten, Kryptowährungen, Beteiligungsmodellen und vielem mehr beschäftigen, weil sie für eine sinnvolle Geldanlagestrategie nicht unbedingt notwendig sind.

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Wer Geld anlegen will, kann sich auch auf wenige Finanzprodukte beschränken, ohne dass damit ein Nachteil verbunden ist. Womit du dich befassen solltest, sind die folgenden Anlageformen:

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  • Tagesgeldkonto. Hierbei handelt es sich um ein Anlagekonto bei einer Bank, bei dem du nach Belieben Geld einzahlen und abheben kannst. Geld anlegen kannst du einfach per Überweisung oder Dauerauftrag. Wenn du Geld vom Tagesgeldkonto benötigst, kannst du jeden beliebigen Betrag bis zur Höhe des Guthabens von heute auf morgen abrufen. Das erfolgt in der Regel über das Onlinebanking oder telefonisch.
  • Sparkonto. Das Sparbuch oder Sparkonto ist weit verbreitet, aber weniger nutzerfreundlich als das Tagesgeldkonto. So kannst du Guthaben nur in bar abheben – ein bargeldloser Übertrag ist nur möglich, wenn du dein Girokonto bei der gleichen Bank führst. Außerdem kannst du pro Monat nur 2.000 Euro abheben, für größere Beträge gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten.
  • Festgeldkonto oder Sparbrief. Diese Anlageformen sind für die längerfristige Anlage von Einmalbeträgen geeignet. Die Zinsen sind etwas höher als bei Tagesgeldkonto und Sparbuch, dafür kommst du vor Ablauf der Frist an das Geld nicht heran. Die Laufzeiten liegen je nach Angebot zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Zuzahlungen sind während der Laufzeit nicht möglich.
  • Investmentfonds. Mit Investmentfonds kannst du Anteile an der Wertpapiermischung des Fonds – meistens sind es Aktien, manchmal aber auch Anleihen – erwerben. Auf diese Weise kannst du mit kleinen Beträgen am Aktienmarkt investieren, ohne dass du dir selbst einen Mix an unterschiedlichen Aktien zusammenstellen musst. Investmentfonds eignen sich für die Einmalanlage und für das regelmäßige Sparen.
  • Indexfonds (ETFs). Diese Fonds – auf Englisch „Exchange Traded Funds (ETF)“ – bilden lediglich einen Aktienindex ab und verzichten im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds auf eine aktive Wertpapierauswahl. Weil dadurch keine Kosten für Fondsmanagement und Aktienanalyse anfallen, haben ETFs viel geringere Nebenkosten. Auch hier ist sowohl die Einmalanlage als auch die Einrichtung eines monatlichen ETF-Sparplans möglich.

 

Und die anderen Anlageprodukte? Die kann man haben, muss man aber nicht. Natürlich kannst du mit Kryptowährungen, Crowdinvestment oder anderen Anlageprodukten deine Erfahrungen sammeln – aber für den Aufbau einer einfachen und effizienten Geldanlagestrategie brauchst du sie nicht.

 

Welche Chancen und Risiken sind mit der Geldanlage verbunden?

Bei der Geldanlage gibt es eine Regel, die immer gilt: Je höher die Rendite eines Anlageproduktes, umso höher ist auch das Verlustrisiko.

Am sichersten sind die Anlageprodukte von Banken in Form von Tagesgeldkonto, Sparbuch, Festgeldkonto und Sparbrief. Bei Banken mit Hauptsitz in der EU sind 100.000 Euro pro Anleger über die staatliche Einlagensicherung abgesichert, wenn die Bank in Zahlungsschwierigkeiten gerät oder Pleite geht. Damit hast du kein Verlustrisiko, doch im Gegenzug gibt es nur eine niedrige Verzinsung.

Mehr Gewinn kannst du vom Aktiensparen in Form von Investmentfonds und ETFs erwarten. Dort profitierst du nicht nur von den Dividendenausschüttungen der Aktiengesellschaften, sondern auch von Kursgewinnen. In guten Börsenjahren sind schon mal 10 Prozent Rendite oder noch mehr möglich. Aber: Wenn es mal an der Börse abwärts geht, bist du ebenfalls mit dabei und musst Verluste in Kauf nehmen. Weil jedoch Börsentiefs nur über einen begrenzten Zeitraum gehen und sich die Kurse danach im Regelfall wieder erholen, reduziert sich das Verlustrisiko mit zunehmender Anlagedauer.

Geld anlegen: Welches Produkt passt zu welchem Sparziel?

Weil die einzelnen Anlageprodukte unterschiedliche Renditeaussichten und Verlustrisiken mit sich bringen, solltest du beim Geld anlegen planvoll vorgehen. Damit kannst du zwei wichtige Fehler vermeiden:

  1. Wer bei der langfristigen Geldanlage zu sehr auf Sicherheit setzt, verschenkt wertvolle Rendite und hat am Ende weniger Kapital als ein risikofreudigerer Anleger.
  2. Wenn du risikoreichere Anlageprodukte für das kurz- oder mittelfristige Sparen verwendest, musst du deine Geldanlage unter Umständen mit Verlusten auflösen, weil du das Geld für eine dringend benötigte Anschaffung brauchst.

Vor diesem Hintergrund ist es wichtig zu überlegen, für welche Sparziele du einzelne Beträge auf die Seite legen willst. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Geldreserve, dem Sparen auf Anschaffungen und dem langfristigen Vermögensaufbau. Aus dem jeweiligen Ziel ergeben sich dann die passenden Anlageprodukte.

 

Aufbau einer Geldreserve

Manchmal braucht man dringend einen größeren Geldbetrag – etwa um eine größere Reparatur am Auto zu finanzieren oder um die kaputt gegangene Waschmaschine zu ersetzen. Wenn du in solchen Fällen keinen teuren Ratenkredit aufnehmen willst, solltest du etwa zwei bis drei Netto-Monatseinkommen auf der hohen Kante haben. Dieses Geld sollte ohne Verlustrisiko angelegt und bei Bedarf schnell verfügbar sein. Ideal dafür geeignet ist das Tagesgeldkonto.

 

Sparen auf Anschaffungen

Vorausschauende Finanzplanung hilft beim Vermeiden von finanziellen Engpässen. Das betrifft vor allem größere Anschaffungen, die auf absehbare Zeit notwendig werden. Wenn die vorhast, dein Auto noch drei oder vier Jahre zu fahren und dann einen neuen Wagen zu kaufen, sollte bis dahin ausreichend Kapital zur Verfügung stehen. Dieses Ziel erreichst du, indem du möglichst frühzeitig beginnst, dafür Geld auf die Seite zu legen.

Auch hier steht die Sicherheit an oberster Stelle – schließlich willst du es nicht von der aktuellen Börsenlage abhängig machen, ob du dir eine Limousine oder nur einen Kleinwagen leisten kannst. Kapital für Anschaffung kannst du ganz unkompliziert mit einem Sparplan auf das Tagesgeldkonto aufbauen. Willst du einen größeren Betrag für einen bestimmten Zeitraum fest anlegen, kann auch ein Festgeldkonto oder ein Sparbrief in Frage kommen.

 

Langfristiger Vermögensaufbau und Altersvorsorge

Je früher du an später denkst, umso leichter fällt dir der langfristige Vermögensaufbau. Ob das Kapital einmal die Altersvorsorge ergänzen, irgendwann als Eigenkapital in einen Immobilienkauf einfließen oder noch keinem bestimmten Zweck dient, ist nicht so wichtig. Maßgebend ist die Anlagedauer: Wenn du das Geld in den nächsten zehn Jahren nicht benötigst, kannst du auch ein höheres Wertschwankungsrisiko eingehen – immerhin winkt als Lohn fürs Risiko eine höhere Renditechance als bei Tagesgeld und Co. Sehr gut geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau und die Ergänzung der Altersvorsorge sind Investmentfonds- und ETF-Sparpläne, auf die du Monat für Monat deine Raten überweist.

 

Geldanlage planen: In 6 Schritten zum Erfolg

Das Geheimnis einer erfolgreichen Anlagestrategie besteht darin, die Anlageprodukte und das anzusparende Guthaben mit den Sparzielen möglichst gut in Einklang zu bringen. Das ist recht einfach zu bewerkstelligen, wenn du Schritt für Schritt vorgehst.

  • Schritt 1: Kassensturz. Zuallererst musst du herausfinden, wie viel Geld dir für das Sparen auf Anschaffungen und den Vermögensaufbau überhaupt zur Verfügung steht. Halte über einen Zeitraum von einigen Monaten fest, wieviel Geld zu monatlich einnimmst und wieviel du davon wieder ausgibst. Nicht vergessen solltest du dabei auch jährlich fällige Ausgaben etwa für Urlaub oder Versicherungen, die du anteilig pro Monat umlegen kannst. Nach einiger Zeit weißt du, welches Budget du pro Monat für die Geldanlage zur Verfügung hast.
  • Schritt 2: Geldreserve bilden. Nun solltest du prüfen, ob bereits zwei bis drei Netto-Monatseinkommen als Geldreserve zur Verfügung stehen. Falls nicht, hat dies Vorrang vor allen anderen Anlageaktionen.
  • Schritt 3: Kurz- und mittelfristige Sparziele festlegen. Nach der Bildung der Geldreserve geht es nun an die Planung der künftigen Anschaffungen, etwa Auto, Wohnungseinrichtung oder Computer. Erstelle eine Liste mit den Anschaffungen, die du in den nächsten drei bis vier Jahren vorhast, und rechne aus, wie viel Geld du pro Monat dafür auf die Seite legen müsstest.
  • Schritt 4: Realisierung prüfen. Nicht immer ist die monatliche Einkommensreserve für die Erfüllung aller Kaufwünsche groß genug. In diesem Fall gilt es zu überlegen, welche Vorhaben abgespeckt oder verschoben werden können. Dabei solltest du beachten, dass mit Blick auf den langfristigen Vermögensaufbau noch etwas Geld für einen Sparplan übrig bleiben sollte.
  • Schritt 5: Sparpläne und Einmalanlagen abschließen. Wenn klar ist, welche Sparpläne und Einmalanlagen für die Auffüllung der Geldreserve, die Finanzierung künftiger Anschaffungen und den Vermögensaufbau erforderlich sind, kannst du die Angebote vergleichen und die Geldanlagen abschließen.
  • Schritt 6: Regelmäßige Kontrolle. Ein Mal pro Jahr solltest du kontrollieren, ob deine finanziellen Aktivitäten nach Plan verlaufen. Gegebenenfalls kannst du dann Umschichtungen vornehmen oder Sparpläne entsprechend anpassen.

 

 

Erst Angebote vergleichen, dann Geld anlegen

Wichtig bei der Geldanlage ist der kritische Vergleich der einzelnen Finanzprodukte. Bei Tagesgeld-, Festgeld- und Sparbriefangeboten solltest du die Zinsen vergleichen und sicherstellen, dass es sich um eine Bank mit Hauptsitz in der EU handelt.

Bei einem Fonds- oder ETF-Sparplan sollte es sich um einen Fonds handeln, der alle wichtigen Länder und Branchen abdeckt – beispielsweise einen Aktien-ETF auf den MSCI-Weltaktienindex. Bei Fonds mit aktiven Management kommt es darauf an, wie der Fonds in den vergangenen Jahren im Vergleich zu seinen Konkurrenten abgeschnitten hat. Empfehlenswert sind Fonds, die über einen längeren Zeitraum eine bessere Rendite als ihre Vergleichsgruppe oder der Vergleichsindex erzielen konnten.

Bei Fonds und ETFs solltest du auch auf die Nebenkosten bei Kauf und Depotführung achten. Je niedriger die Kosten, umso mehr bleibt vom Gewinn für dich übrig. Besonders günstig sind einige Banken und Online-Broker, bei denen du ohne Ausgabeaufschlag bzw. Kaufgebühr und ohne jährliche Depotgebühr Fonds- und ETF-Sparpläne einrichten kannst.