Gegen Rassismus: Das Wort „Schwarzfahren“ wird gestrichen

Das Wort „Schwarzfahren“ wird in zwei deutschen Großstädten ab sofort ersetzt.

, 01:53 Uhr
Gegen Rassismus: Das Wort „Schwarzfahren“ wird gestrichen

Einige Städte streichen das Wort „Schwarzfahren“ nun komplett aus ihrem Wortschatz. Die Aktion bedeutet keinesfalls, dass man nun auch ohne Ticket ans Ziel kommt. Die Verkehrsgesellschaften befürchten drohende Kritiken und Rassismus-Vorwürfe.

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Doch eigentlich hat das Wort mit Dunkelhäutigen rein gar nichts gemein. Außerdem wäre es ein Missverständnis, wenn man es als Angriff deuten würde. Der Sprachwissenschaftler Eric Fuß äußerte sich zu diesem brisanten Thema gegenüber der Münchner Abendzeitung und betont ebenfalls, dass „Schwarzfahren“ keinen rassistischen Hintergrund habe. Es stammt vom jiddischen Wort „shvarts“ ab, welches übersetzt Armut bedeutet. Somit sind die Menschen gemeint, die sich kein Ticket leisten können und deshalb einfach umsonst in Bus und Bahn mitfahren.

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„Maßnahmen für eine zeitgemäßere Kommunikation“

Trotzdem haben die Großstädte München und Berlin bereits erste Maßnahmen ergriffen, um die Bezeichnung zu ersetzen. Der Bildzeitung verriet die MVG es handele sich um „Maßnahmen für eine zeitgemäßere Kommunikation“. Der Slogan „Schwarzfahren kostet 60 Euro“ wurde bereits großflächig durch „Ehrlich fährt am längsten“ ersetzt.

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In Berlin beschloss der Senat 2020 ein sogenanntes „Diversity“-Abkommen. Deshalb hat sich die deutsche Hauptstadt ebenfalls für die Änderung der Plakate eingesetzt. Auch die Angestellten der Berliner Verkehrsgesellschaft dürfen nur noch über „Fahren ohne gültigen Fahrschein“ sprechen. Im Jahr 2016 warb das Unternehmen noch mit lustigen Sprüchen und Plakaten. Dies soll nun ein Ende haben und der Einsatz gegen Rassismus wird im ganzen Land großgeschrieben.

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