Gegen Kinderpornografie: Apple plant Foto-Scan auf dem iPhone

Der Konzern kündigt ein komplexes Verfahren zum Einsatz gegen kinderpornografische Inhalte an.

, 16:22 Uhr
Gegen Kinderpornografie: Apple plant Foto-Scan auf dem iPhone
Laurenz Heymann/ Unsplash

Apple möchte sich in Zukunft effektiv gegen Kinderpornografie einsetzen. Kürzlich veröffentlichte der Konzern umstrittene Pläne zur Durchführung dieses Plans. Ab Herbst sollen Bilder auf dem iPhone von US-Nutzern mit einer Liste kinderpornografischer Fotos abgeglichen werden, bevor sie zum Beispiel auf die iCloud hochgeladen werden. Apple stellte das komplexe System, welches dazu verwendet werden soll, vergangene Woche vor.

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System mit sogenannten „Hashes“

Auf den Geräten sollen sich in Zukunft Dateien befinden, die es möglich machen, das besagte Material auszulesen. Dazu sind sogenannte „Hashes“ nötig. Diese können als eine Art digitaler Fingerabdruck von Fotos verstanden werden. Sie speichern also die „Eigenschaften“ der kinderpornografischen Inhalte, die sich in der Liste befinden und nach denen gesucht werden soll. Durch ein spezielles Verfahren lassen sich diese Daten nun mit den Bildern auf dem iPhone abgleichen. Anschließend werden verdächtige Inhalte mit einem Zertifikat gekennzeichnet.

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Omid Armin/Unsplash

Wenn der Nutzer diese Bilder nun auf die iCloud hochlädt, darf Apple sie ausnahmsweise öffnen und prüfen. Damit das System Alarm schlägt, müssen mehrere Treffer gegeben sein. Wie viele das sind, verriet der Konzern allerdings nicht. Bestätigt sich der Verdacht, und es wird tatsächlich kinderpornografisches Material entdeckt, werden die Behörden eingeschaltet.

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Datenschutz wird kritisiert

Im Zusammenhang mit dem Datenschutz wird das Verfahren allerdings als kritisch betrachtet. Laut „t3n“ machte Kryptografie-Experte Mathew Green auf Twitter zum Beispiel darauf aufmerksam, dass somit überhaupt der Datenabgleich in den Geräten ermöglicht wird. Es könnten die besagten „Hashes“ missbraucht und auch für andere Inhalte genutzt werden. Auch autoritäre Regierungen könnten somit Vorschriften zur Suche nach anderen Inhalten erlassen.

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