Flucht aus Afghanistan: So trickste ein Deutscher die Taliban aus

Ein Paar aus Kassel berichtete über die gefährliche Flucht aus Afghanistan.

, 12:55 Uhr
Flucht aus Afghanistan: So trickste ein Deutscher die Taliban aus

Asib Malekzada gelang die Flucht aus Afghanistan nach Übernahme der Taliban nur knapp. Der junge Mann wurde zwar in Kabul geboren, lebt aber seit über 20 Jahren in Kassel und hat einen deutschen Pass. Er besuchte gerade seine Verlobte, als die Taliban die Macht in der afghanischen Hauptstadt übernahm.

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Der 33-Jährige wollte seine Verlobte mitnehmen, diese hatte allerdings noch kein Visum. Am Flughafen wurde niemand durchgelassen, der keinen ausländischen Pass bei sich hatte. Deshalb musste er noch einige Zeit warten, während sich die Lage bereits zuspitzte. „Ich bin wütend. Seit ich 16 bin, engagiere ich mich in Deutschland ehrenamtlich, sogar in einer Partei, der SPD“, sagte Malekzada gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die Behörden arbeiteten auf Hochtouren daran, zu helfen und die nötigen Dokumente auszustellen. Wenige Tage später erhielt schließlich auch Malekzadas Verlobte das zur Ausreise nötige Visum.

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„Das sind alles Analphabeten.“

Die Fahrt zum Flughafen gestaltete sich für das junge Paar allerdings sehr gefährlich. Auf dem Weg mussten sie mehrere Kontrollpunkte der Taliban passieren. Bei der dritten Kontrolle wollte man sie nicht durchlassen. Also musste Malekzada kreativ werden und kam auf eine Idee, die den beiden schließlich die Rettung ermöglichte.

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Er holte sein rotes SPD-Parteibuch raus und sagte, dass er ein Diplomat sei. „Das sind alles Analphabeten, dafür sind die weltbekannt. Ich habe das SPD-Parteibuch hochgehalten und das haben sie für etwas Offizielles gehalten offenbar. Wir durften durch.“ Die Taliban gewährten ihnen schließlich freie Fahrt und Malekzada und seine Verlobte konnten sicher nach Deutschland fliegen.

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