Disziplin lernen: 5 Hacks mit denen du es schaffst

Wäre es nicht schön, wenn du endlich all das schaffen könntest, was du dir schon so lange vorgenommen hast? Doch leider fehlt dir dazu das nötige Durchhaltevermögen? Damit ist jetzt Schluss, denn hier erfährst du, wie du endlich Disziplin (er)lernen und trainieren kannst, um auch große Ziele zu erreichen…

, 21:12 Uhr
Disziplin lernen: 5 Hacks mit denen du es schaffst
Bastian Weltjen/shutterstock

Disziplin lernen: Was sagt die Psychologie?

Du willst mehr Disziplin lernen? Glückwunsch! Das ist eine wirklich gute Idee, denn Studien zeigen immer wieder, dass Disziplin in vielen Fällen wichtiger ist als Talent und Intelligenz. Wenn du es also schaffst, ein Ziel nachhaltig zu verfolgen und damit bereit bist, die viel beschworene Extrameile zu gehen, bringt das häufig mehr, als ein überdurchschnittliches Talent für eine Sache.

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Warum das so ist, wird schnell klar: Selbst der talentierteste Fußballspieler wird nichts erreichen, wenn er nicht trainiert sondern stattdessen lieber faul vor der Playstation Fifa zockt, statt im real life zu kicken. So ähnlich ist es mit der Karriere. Auch mit einer großen Begabung oder einem hohen IQ ist der Erfolg nicht zwingend vorprogrammiert. Es kommt darauf an, was du daraus machst. Und was du daraus machst hängt ganz eng mit deiner Fähigkeit zur (Selbst-)Disziplin zusammen.

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Verschiedene Studien aus dem Bereich der Psychologie unterstützen diese Aussage. Bekannt geworden ist vor allem der sogenannte Marshmallow-Test. Kurz gesagt haben die Forscher bei diesem Test herausgefunden, dass die Fähigkeit, sich zusammenzureißen, aka diszipliniert zu sein, einen immensen Einfluss auf den späteren beruflichen Erfolg hat.

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Und diese Erkenntnis kam so: Die Kinder, die an dem ersten Marshmallow-Experiment teilnahmen, wurden nach einigen Jahren wieder befragt. Dabei zeigte sich: Diejenigen Personen, die bereits als Kinder Disziplin zeigten, hatten im Erwachsenenleben den größeren beruflichen Erfolg – und das ganz unabhängig von ihrem IQ oder ihrem Talent. Und das war noch nicht alles. Die beruflich erfolgreichen, disziplinierten Personen, hatten häufig auch einen größeren Freundeskreis und ganz generell ein erfüllteres Privatleben. Auch gesundheitlich ging es ihnen in vielen Fällen besser.

Die Fähigkeit, Disziplin zu lernen und zu trainieren scheint also mit der Wahrscheinlichkeit für Drogen- und übermäßigen Alkoholkonsum zu korrelieren. Heißt: Wer schon als Kind disziplinierter als andere war, hatte als Erwachsener eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine Abhängigkeit.

 

Disziplin lernen: Diese Trick überwinden den inneren Schweinehund

Es sollte klar geworden sein: Disziplin ist essentiell wichtig für beruflichen Erfolg und privates Glück. Wie also kann es gelingen, dass du selbst disziplinierter wirst und deine Ziele nachhaltiger verfolgst? Zum Beispiel diese Tipps können dir dabei helfen:

  1. Auf baby steps konzentrieren: Wer Großes erreichen will, muss klein anfangen. Es hat keinen Zweck, wenn du dir vornimmst, mit nur drei Monaten Vorbereitungszeit einen Marathon zu laufen, wenn du total untrainiert bist und schon mehrere Jahre keinen Sport mehr gemacht hast. Wenn du dir ein derart unrealistisches Ziel setzt, könnte das deiner Motivation und damit deiner Disziplin im schlimmsten Fall eher schaden. Setz dir daher zunächst kleine, gut erreichbare Ziele, um Disziplin zu lernen und zu trainieren. Wenn du jeden Tag die Dinge schaffst, die du dir vorgenommen hast, wird sich das positiv auswirken: Du hast bessere Laune weil du merkst, dass du durchhalten und ein Ziel verfolgen und deinen inneren Schweinehund überwinden kannst. All das gibt dir Auftrieb, um am nächsten Tag das nächste Ziel anzugehen. Nach und nach verstärkt sich der Effekt und dir wird es leichter fallen, deine Ziele und Wünsche diszipliniert zu verfolgen.
  2. Große Ziele zerlegen: Genau dieses Vorgehen behältst du nun auch bei, wenn du ein wirkliches großes Ziel erreichen möchtest. Statt dir also vorzunehmen, dass du innerhalb der nächsten Wochen so fit wirst, dass du einen Halbmarathon laufen kannst, solltest du das Ziel anders formulieren. Du nimmst dir vor, dass du in den nächsten vier Wochen so trainierst, dass du nach Ablauf des Monats fünf Kilometer ohne größere Probleme laufen kannst. Danach gehst du die nächsten fünf Kilometer an. Das steigest zu so lange, bist du bei 20 Kilometern bist. So hast du für die gesamte Strecke trainiert, ohne dir gleich das immense Ziel „Halbmarathon“ zu setzen – und das macht den Unterschied und hilft dir dabei, Disziplin zu lernen und erfolgreicher zu werden.
  3. Eigenen Rhythmus finden: Aus der Medizin wissen wir, dass es verschiedene Chronotypen gibt. Damit ist gemeint, dass manche Personen eher morgens leistungsfähig sind, während andere ihr Hoch am Abend haben. Du solltest wissen, zu welcher Gruppe du gehörst und auch das in deine Planung mit einbeziehen. Wenn du dir für abends etwas vornimmst, aber zu den Personen gehörst, die abends nichts mehr hinbekommen, wirst du dein Ziel nur schwer erreichen. In diesem Fall wäre es besser, gleich morgens dein Vorhaben anzugehen.
  4. Ziel klar fokussieren: „Ich möchte beruflich erfolgreicher werden.“ Oder „Ich möchte etwas in meinem Leben verändern.“ Diese Vorsätze klingen vielleicht zunächst nach einem Ziel, doch das täuscht. Denn wer sich derart schwammige und unkonkrete Ziele setzt, der wird vermutlich nichts erreichen. Es ist nämlich überhaupt nicht klar, wann du dein Ziel erreicht hast. So kannst du dich auch nicht darüber freuen, wenn du zum Beispiel ein Viertel oder sogar die Hälfte des Weges geschafft hast. Kurzum, du musst ein Ziel finden, das sich quantifizieren lässt, wie zum Beispiel: „Bis zum Ende des Jahres möchte ich den Keller entrümpelt haben.“ Oder „Im nächsten Jahr will ich meine Jahresziele schon im September erreicht haben, damit meine Chancen für eine Gehaltserhöhung gut stehen.“ Damit lässt sich arbeiten – und das macht es einfacher, disziplinierter dein Ziel zu verfolgen und letztlich zu erreichen.
  5. Freunde und Bekannte einweihen: Sich selbst ein Ziel zu setzen, ist das eine. Wenn du aber ganz unbedingt und verlässlich mehr Disziplin lernen möchtest, kann dir folgender Trick helfen: Erzähl deinen Freunden, deiner Familie und deinen Kollegen von deinem Vorhaben. Bestimmt werden dich einige Personen aus deinem näheren Umfeld immer mal wieder ansprechen und sich erkundigen, wie es läuft, wie viel du deinem Ziel schon näher gekommen bist. Kannst du dann nur antworten, dass sich noch nichts getan hat, weil du faul warst und die nötige Disziplin nicht aufbringen konntest, ist das etwas peinlich. Da sich die meisten diese Antwort ersparen wollen, motivieren die Nachfragen dazu, sich einen Ruck zu geben und für den Halbmarathon zu trainieren oder eben Überstunden zu machen, um die Jahresziele schon einige Monate vor der eigentlichen Deadline zu erreichen.

 

Disziplin lernen mit einer App

Natürlich kann man auch auf digitale Helfer zurückgreifen, um mehr Disziplin zu lernen und sich neue Gewohnheiten anzutrainieren. Im Netz gibt es eine Vielzahl von Apps, die Interessierte dabei unterstützen, ihre Disziplin zu trainieren.

Die Apps verfolgen dabei meist den Ansatz, dass du durch das Sichtbarmachen von Meilensteinen dazu motiviert werden sollst, an deinem Vorhaben dran zu bleiben und so nach und nach noch mehr Disziplin zu lernen. Durch das stetige Training fällt es dir nach einiger Zeit leichter, Ziele zu verfolgen – oder einfach nur die langweilige Steuererklärung zumindest anzufangen.