Deutscher Autohersteller vor dem Aus: Alle Mitarbeiter sollen entlassen werden

Der deutsche Autokonzern ist insolvent und hat bisher vergeblich versucht, die Krise zu überwinden. Nun folgen drastische Maßnahmen.

09.11.2023, 19:44 Uhr
Deutscher Autohersteller vor dem Aus: Alle Mitarbeiter sollen entlassen werden
Scharfsinn/Shutterstock
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Ein weiteres spannendes Start-Up Unternehmen steht vor dem Aus und ist insolvent. Dabei passt die Technologie des Unternehmens genau in die aktuelle Politik der Energienutzung aus erneuerbarer Technik – in diesem Fall der Sonnenenergie. 

Die Rede ist von der Münchener Sono Motors GmbH. Sie wurde im Jahr 2016 von drei Jungunternehmern gegründet, die vor allem die Solartechnik für die Auto-Mobilität weiter ausbauen wollten. Sie bauten sich, hauptsächlich durch Crowd-Funding ein Unternehmen auf, und realisierten noch im Gründungsjahr die Finanzierung eines Prototyps, dem „Sono Sion“, der dann vom deutschen Kleinserienhersteller Roding-Automobile entwickelt und gebaut wurde. 

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Danach wurde die Geschäftsführung um weitere Mitarbeiter erweitert und als Beginn der Fertigung das vierte Quartal 2019 anvisiert. Zu dem Zeitpunkt gab es bereits über 10.000 anbezahlte Bestellungen für ihren Kleinwagen mit Photovoltaik-Technik. In der Folge wurde festgestellt, dass sie die Finanzierung einer vollständigen Produktion nicht stemmen können und man versuchte es über Investoren. 

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IMAGO / Manfred Segerer

Sono Motors wollte an der Börse durchstarten

Die jedoch wollten die Rechte an der Antriebstechnologie übertragen bekommen, weshalb dieser Weg scheiterte und erneut auf das Crowdfunding zurückgegriffen wurde. Es gab sogar mit der Münchner Verkehrsgesellschaft einen Versuch mit der Solartechnologie im Personennahverkehr. Das Magazin „Capital“ wählte Sono Motors im Jahr 2022 schon in den Kreis der innovativsten Unternehmen Deutschlands. Um an mehr Kapital zu gelangen, ging mit der niederländischen Muttergesellschaft Sono Group N.V. die Sono GmbH an die US-Tech-Börse Nasdaq.

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Dort konnten zunächst 135 Millionen US-Dollar eingelöst werden, doch die Kapitaldecke reichte auch so nicht mehr, um die, mit mittlerweile auf über 400 Mitarbeitern angewachsene Betriebsstruktur, aufrecht zu erhalten. Nachdem der Aktienkurs der Sono Group stark abgefallen war, wurde der Handel mit der Aktie ausgesetzt und zu einem Bruchteil ihres Wertes außerbörslich gehandelt. Es folgten Gespräche mit Investoren, die jedoch zu keinem greifbaren Ergebnis führten und so nichts anderes übrigblieb, als die Insolvenz anzumelden.

Konzern muss sich von allen Mitarbeitern trennen

Im Februar wurden daher zunächst Pläne angekündigt, 300 Mitarbeiter zu entlassen. Jetzt folgte der nächste Schritt, und allen verbleibenden Mitarbeitern wurde gekündigt. Noch unklar ist, ob Sono Motors die Solartechnologie an andere Autohersteller verkaufen wird und so die Idee der Solartechnik für Autos nicht völlig im Sande verläuft. Die Vorbesteller, die Anzahlungen für einen Sion leisteten, werden jetzt wohl vermutlich ihr Geld verlieren, genauso wie die Mitarbeiter auf der Strecke bleiben, die zunächst noch hochmotiviert Teil eines Unternehmens mit umweltgerechtem Hintergedanken sein wollten.