Darmkrebs: Forschern gelingt überraschender Heilungserfolg

Die Wissenschaftler machen Darmkrebspatienten große Hoffnung.

, 17:51 Uhr
Darmkrebs: Forschern gelingt überraschender Heilungserfolg
crystal light/Shutterstock

Im US-amerikanischen Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) ist Forschern ein bisher einmaliger Erfolg gelungen. 14 Patienten mit Darmkrebs konnten vollständig geheilt werden. Und zwar ohne die oft obligatorische Operation. Zudem benötigten sie bis zu einem Jahr nach der Therapie keine weitere Behandlung.

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Allen Patienten wurde Dostarlimab verabreicht; ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Gebärmutterkörperkrebs eingesetzt wird. Die Probanden bekamen in einem „Drei Wochen-Zyklus“ ein halbes Jahr lang die neue Substanz verabreicht. Daraufhin verschwand der Krebs bei allen Teilnehmern der Studie vollständig. Die Studienergebnisse wurden anschließend im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

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Breite Zustimmung zur neuen Krebsstudie

Bei den Behandelten löste das Ergebnis selbstverständlich riesige Freude und Erleichterung aus und auch vom Fachpublikum kam viel Lob. Experten wie Dr. Alan Venook, Onkologe der „University of California“, nannte in der „New York Times“ die Resultate des MSKCC einen großen Durchbruch der bisher als „vollkommen undenkbar“ beschrieben wurde.

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Andrea Cercek, Onkologin und Co-Autorin der Studie, erklärte, die Behandlung mit Dostarlimab könne an Relevanz noch deutlich ansteigen, „da die Darmkrebs-Inzidenz bei jungen Erwachsenen zunimmt“. Laut dem MSKCC wird sich die Darmkrebsrate bei jüngeren Erwachsenen bis 2030 vermutlich verdoppeln. Die neue Therapie ist zudem deutlich weniger belastend. Üblicherweise müsste operiert werden, eine Chemotherapie durchgeführt werden und in Folge Nervenprobleme, Unfruchtbarkeit und sexuelle Störungen in Kauf genommen werden. All diese Dinge könnten künftig entfallen.

Leider ist das Medikament erst bei der „Mismatch Repair-Deficiency“-Variante des Darmkrebs untersucht worden. Wirksamkeiten auf andere Arten müssen erst noch erforscht werden. Die Onkologin Hanna Sanoff gibt im „New England Journal“ zu bedenken, dass es „bei 20 bis 30 Prozent dieser Patientinnen und Patienten zu einem erneuten Krebswachstum kommt, wenn der Krebs nicht operativ entfernt wird“. Dennoch sieht sie in der Studie des MSKCC einen Anlass zu großem Optimismus.

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