Corona: Wirbel um falsche Inzidenzzahlen der Ungeimpften in Bayern

Menschen mit unklarem Impfstatus wurden der Rubrik der Ungeimpften zugeordnet, was zu falschen Inzidenzen führte. Die FDP fordert personelle Konsequenzen.

, 08:47 Uhr
Corona: Wirbel um falsche Inzidenzzahlen der Ungeimpften in Bayern

Am vergangenen Freitag verabschiedete die Bayerische Staatsregierung ihre neueste Corona-Verordnung. Begründet wurde diese unter anderem mit den hohen Inzidenzzahlen. Diese wurden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) neben einer allgemeinen Darstellung in Ungeimpfte und Geimpfte geteilt und noch einmal einzeln berechnet. Nun stellte sich heraus, dass die Zahlen nicht korrekt gewesen sind.

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Wie unter anderem das Nachrichtenmagazin „nordbayern“, die „Welt“ sowie die „Bild“-Zeitung berichteten, sollen Menschen mit unklarem Impfstatus der Rubrik der Ungeimpften zugeordnet worden sein. Demnach soll die Inzidenz der Ungeimpften 1469 betragen haben und die der Geimpften nur 110. Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder machte diese Zahlen publik und wies unter anderem auf Twitter daraufhin, dass die Impfquote eine große Auswirkung auf das Infektionsgeschehen habe.

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„Leider nehmen die Corona-Infektionen gerade bei Ungeimpften dramatisch zu. Es gibt einen direkten Zusammenhang von niedrigen Impfquoten und hohen Infektionsraten. Lassen Sie sich daher bitte impfen. Nur Impfen hilft“, schrieb der 54-Jährige in seinem Post. Nun stellte sich heraus, dass für die Woche vor dem 24. November 81.782 Corona-Fälle in Bayern gemeldet wurden. 9.641 Personen hatten einen vollständigen Impfschutz und 14.652 keinen. In 57.489 Fällen sei der Impfstatus jedoch unbekannt gewesen. Diese Personen wurden vom LGL allerdings der Rubrik der Ungeimpften zugeordnet.

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Maik Meid / Shutterstock.com

FDP fordert personelle Konsequenzen

Nun fordert der FDP-Fraktionschef Martin Hagen personelle Konsequenzen: „Die Staatsregierung hat ihre Politik offenbar mit falschen Zahlen begründet. Entweder sie hat die Bürger getäuscht, oder sie wurde von ihrer eigenen Behörde getäuscht. In beiden Fällen muss es personelle Konsequenzen geben.“

Mittlerweile rechtfertigte sich das LGL und erklärte sein Verfahren: „Wir haben uns entschieden, die Fälle ohne Angaben zum Impfstatus zunächst zu den Ungeimpften zu zählen. Denn es hat sich herausgestellt, dass diese – nach später vorliegenden Daten – in der weit überwiegenden Anzahl der Fälle ungeimpft waren.“

Matthias Fischbach, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP im Bayerischen Landtag, nannte die Zahlen „keine kleine Unschärfe, sondern eine extrem verzerrte Darstellung, die einer Erklärung bedarf“.

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