Bundesland schließt Kinder vom Mittagessen aus

Damit will man auf die Lebensmittelverschwendung reagieren.

, 09:55 Uhr
Bundesland schließt Kinder vom Mittagessen aus
Shutterstock/Evgeny Atamanenko

In Berlin wurde eine schweren Maßnahme gegen die Lebensmittelverschwendung beschlossen. Laut einer neuen Vorschrift dürfen Schulen ab jetzt Kinder vom Mittagessen ausschließen, wie die Berliner Bildungsverwaltung festgelegt hat. Seit August 2019 gibt es in dem Bundesland Berlin nämlich für alle Schulkinder komplett kostenloses Mittagessen – das einzige Problem an der Sache ist nur, dass sehr viel Essen übrig bleibt und weggeschmissen werden muss.

Anzeige

„Es gibt Tage, da liefern wir 400 Essen an eine Schule und müssen 200 Essen wieder mitnehmen“, so Klaus Kühne, der Geschäftsführer des Catering-Unternehmens „3 Köche“. Täglich werden rund 20.000 Mittagessen an die Grundschulen von Berlin geliefert.

Anzeige
Shutterstock/MMD Made my dreams

Kündigung des Vertrags

Doch mit der neuen Maßnahme soll diese Verschwendung nun behoben werden. So darf die Schule nämlich denn Mittagessen-Vertrag mit den Eltern kündigen, wenn das Kind in zwei aufeinanderfolgenden Monaten jeweils acht Mal das Essen nicht abholt. Die Eltern haben Zeit, drei Tage vorher bis spätestens 9:00 Uhr morgens das Fehlen des Kindes beim Essen anzumelden.

Anzeige

Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus Berlin, Paul Fresdorf, sieht das kritisch: „Wenn Kinder zukünftig Hunger leiden müssten, weil sie vom Schulessen ausgeschlossen wurden, wäre das ein deutlicher Rückschritt gegenüber der Situation vor der Einführung des kostenlosen Schulessens. Nicht jedes Kind geht jeden Tag Mittag essen, das ist nun einmal so. Jede kommerzielle Kantine bekommt es hin, ihre Essensmenge trotz variabler Gästezahl so zu planen, dass nicht Unmengen weggeschmissen werden müssen. Wenn die Schulmensen das nicht schaffen, liegt das nicht an den Kindern, sondern an einer wenig smarten Planung seitens der Senatsverwaltung, bspw. sollten die Caterer die Portionsgröße altersgemäß anpassen dürfen. Dort muss die Bildungsverwaltung auch ansetzen, um das Problem zu lösen.“