Arbeitsplatz ergonomisch einrichten (CHECKLISTE)

Schmerzt der Rücken schon wieder und ist der Nacken ständig verspannt? Dann könnte das ein Hinweis darauf sein, dass du einen Arbeitsplatz hast, der nicht gerade ergonomisch eingerichtet ist. Wie du das besser machen und deinen Arbeitsplatz zu einrichten kannst, dass du ergonomisch arbeiten kannst, erfährst du hier.

, 09:49 Uhr
Arbeitsplatz ergonomisch einrichten (CHECKLISTE)
fizkes/Shutterstock

Definition: Was versteht man unter Ergonomie am Arbeitsplatz?

Ergonomie und damit der ergonomische Arbeitsplatz sind Konzepte, bei denen versucht wird, die Belastungen der Arbeit auf den Körper und den Geist der Beschäftigten möglichst gering zu halten. Ergonomie am Arbeitsplatz beschäftigt sich mit Mitteln und Wegen, die zur Verfügung stehen, um genau das zu erreichen. Bei Büroarbeitsplätzen gehören zu einem ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz zum Beispiel Büromöbel, die auf den individuellen Arbeitnehmer angepasst sind und ihn somit bestmöglich vor allzu großen Belastungen schützen.

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Aber auch die Arbeitsbedingungen an sich können zur Ergonomie gehören. So sollte man – sofern man es als Mitarbeiter beeinflussen kann – darauf achten, dass man nicht nur künstlichem Licht ausgesetzt ist. Die tägliche Dosis Tageslicht trägt nämlich dazu bei, dass unser Organismus so funktionieren kann, wie er soll.

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Beispiele: So könnte ein ergonomischer Arbeitsplatz aussehen

Die oben genannten Beispiele und Folgen von fehlender Ergonomie am Arbeitsplatz zeigen vor allem eins: Wer seinen Arbeitsplatz ergonomisch gestalten möchte, der sollte zunächst dafür sorgen, dass er sich mehr bewegen kann. Denn viele der genannten Probleme hängen mit dem Bewegungsmangel, eine der Zivilisationskrankheiten überhaupt, zusammen.

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Checkliste: Ist mein Arbeitsplatz ergonomisch?

Ein ergonomischer Arbeitsplatz zeichnet sich daher unter anderem durch folgende Kriterien aus:

  • Deine Arbeitsumgebung zwingt dich dazu, dass du dich spätestens nach 20 Minuten, die du ausschließlich statisch in einer Position verbringt, bewegen musst. Sollte dein Bürostuhl oder dein Arbeitsplatz nicht so ausgestattet sein, helfen einfache Tricks wie ein Ballsitzkissen oder ein Gymnastikball – sofern genügend Platz vorhanden ist – die zusätzlich oder statt deines Schreibtischstuhls nutzen kannst.
  • Dein Schreibtisch ist so eingerichtet, dass du Bewegungen machst, die nicht sonderlich von deinen intuitiven, alltäglichen Bewegungen abweichen. Außerdem sollte es möglich sein, dass du in eine bequemere Position wechseln kannst, ohne die Arbeit zu unterbrechen.
  • Idealerweise kannst du deine Arbeit nicht nur sitzend am Schreibtisch erledigen, sondern deine Arbeitsumgebung wechseln. Gerade Stehtische sind in dieser Hinsicht eine willkommene Alternative. Wenn du hin und wieder in aufrecht stehender Position statt sitzend auf dem Bürostuhl arbeiten kannst, wird sich dein Rücken darüber freuen.
  • Ein ergonomischer Arbeitsplatz zeichnet sich jedoch nicht nur durch Einrichtungsgegenstände und Lichtverhältnisse aus. Zur Ergonomie gehören auch psychologische Faktoren. Und so ist ein ergonomischer Arbeitsplatz in diesem Sinne einer, bei dem du mental gefordert wirst und dich nicht langweilst, womöglich sogar bis zu einem Boreout. Ergonomie heißt daher auch, dass dein Job abwechslungsreich ist und deine Kreativität ausleben kannst.

Tipps: So richtest du deinen Arbeitsplatz ergonomisch ein

Schauen wir uns ein paar Tipps an, die dir helfen können, deinen Büroarbeitsplatz ergonomisch einzurichten. Das gilt übrigens nicht nur für deine Arbeitszeit, denn auch in unserer Freizeit sitzen viele von uns vor einem Bildschirm. Die Tipps können dir also gleich in zweierlei Hinsicht helfen:

  1. Achte auf die richtige Sitzhaltung: Wenn du schon viel sitzen musst, dann kannst du es wenigstens richtig machen. Das bedeutet, dass deine Beine in einem rechten Winkel angewinkelt sein sollen und die Fußsohlen fest auf dem Boden stehen. Beine hinter das Drehelement des Bürostuhls zu klemmen, ist von nun an also vorbei. Das gilt auch für Sitzhaltungen, die diesen Namen nicht verdienen, weil du eher in deinem Bürostuhl liegst. Wenn du einen ergonomischen Arbeitsplatz haben möchtest, musst du zunächst bei dir anfangen.
  2. Stell deinen Bürostuhl ein: Wer im Büro arbeitet, hat häufig einen Bürostuhl, der sich zumindest ein wenig individuell anpassen lässt. Du solltest dieses Feature unbedingt nutzen und die Armlehnen am Stuhl so einstellen, dass du deine Arme ganz locker darauf ablegen kannst. In der Regel ist es für den Sitzenden am entspannendsten, wenn Armlehnen und Schreibtisch auf einer Höhe sind – dann können die meisten Personen am besten tippen.
  3. Sorge für die richtige Umgebung: Wenn sich die Chance dazu ergibt, solltest du deinen Schreibtisch parallel zum Fenster stellen. So bekommst du natürliches Licht ab, wirst dadurch aber nicht geblendet. Alternativ kannst du mit einer Tageslichtlampe Abhilfe schaffen, falls du weit von einem Fenster entfernt sitzen solltest. Es ist generell nicht unwichtig, wie dein Schreibtisch steht. Vermeide, mit dem Rücken zur Tür zu sitzen. Die meisten Menschen können sich auf die Dauer nicht konzentrieren, da sie permanent das Gefühl haben, jemand könnte sich von hinten nähern. Solltest du so sitzen müssen, stell deinen Bürostuhl einfach auf die andere Seite des Schreibtischs.
  4. Verbessere die Luftqualität: Zimmerpflanzen sind nicht nur schön anzusehen, sie haben auch einige Vorteile für deinen Arbeitsplatz. Zunächst einmal bringt ein wenig Grün Abwechslung in das triste Alltagsgrau. Der große Pluspunkt sind jedoch Pflanzen, die die Luft reinigen können. Grünlilie, Bogenhanf oder Efeu können die Luft von Schadstoffen befreien – und davon gibt es im Büro genug.

Tipp zum Schluss: Falls du noch keinen höhenverstellbaren Schreibtisch hast, solltest du mit deinem Chef sprechen. Denn diese Art von Schreibtischen erlaubt es, hin und wieder auch im Stehen zu arbeiten, was ebenfalls im Hinblick auf Ergonomie am Arbeitsplatz sehr sinnvoll ist.

Ergonomie am Arbeitsplatz: Dein Chef ist in der Pflicht

Wenn sich dein Chef für ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze einsetzt, macht er das nicht nur aus altruistischen Gründen. Zunächst einmal fallen Beschäftigte, die ergonomisch arbeiten können, seltener aus. Das bedeutet weniger Ausgaben für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Auf der anderen Seite sind Arbeitgeber aber auch gesetzlich dazu verpflichtet, sich um das Wohl ihrer Mitarbeiter zu kümmern – und Ergonomie am Arbeitsplatz gehört dazu. Die gesetzlichen Grundlagen finden sich im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), der Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV) sowie einigen DIN EN ISO.

Die Bedeutung der Ergonomie am Arbeitsplatz: Warum ist sie so wichtig?

Die deutschen Arbeitnehmer verbringen viel Zeit am Schreibtisch. Junge Erwachsene zwischen 18 und 29 Jahren kommen auf täglich neun Stunden, die sie sitzend vor dem Bildschirm verbringen – und da ist die Freizeit noch gar nicht mit eingerechnet, die viele von uns ebenfalls, zumindest zum Teil, sitzend verbringen. Ein durchschnittlicher Erwachsener in Deutschland kommt so auf beachtliche 11,5 Stunden tägliches Sitzen.

Wer so viel sitzt, dem fehlt die nötige Bewegung. Und das hat Nachteile: Viele Arbeitnehmer, aber auch Studenten oder Schüler klagen über Kopfschmerzen und Rückenbeschwerden. Häufig eine Folge des langen, statischen Sitzens. Denn auch das ist kennzeichnend für Bildschirmarbeitsplätze: Man sitzt nicht nur lange, sondern verharrt häufig sogar lange Zeit in der gleichen Position. Das strengt und führt zu Verspannungen. Diese Verspannungen zeigen sich später in Form von hämmerndem Schmerzen im Kopf oder einem Ziehen im Rücken. In manchen Fällen werden die Rückenprobleme sogar so schlimm, dass es zu einem Bandscheibenvorfall kommt.

Und von diesen nicht zu verachtenden körperlichen Beschwerden, die eine fehlende Ergonomie am Arbeitsplatz mit sich bringt, hat ein unergonomischer noch weitere negative Konsequenzen: Durch das lange Sitzen werden wichtige Organe im unteren Teil des Körpers erheblich belastet. Diese Organe haben einen Einfluss auf unsere Verdauung, den gesamten Stoffwechsel und sogar unser Immunsystem. Viel sitzen – vor allem an einem nicht ergonomischen Arbeitsplatz – ist also schlecht für die Gesundheit und kann Übergewicht befördern.

Ergonomie am Arbeitsplatz hat sogar außerdem eine Bedeutung für unsere psychische Gesundheit: Denn langes Sitzen und fehlende Bewegung kann ganz schön aufs Gemüt drücken. Eine Studie aus Spanien konnte zeigen, dass Personen, die mehr als 42 Stunden wöchentlich sitzen, ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme oder gar Erkrankungen haben: Bei den Vielsitzern war es um 31 Prozent erhöht.

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