Affenpocken durch Astrazeneca?: Irre Theorie geht viral

Im Netz wird eine Theorie zum Ursprung des Affenpocken-Ausbruchs verbreitet.

, 07:43 Uhr
Affenpocken durch Astrazeneca?: Irre Theorie geht viral
IMAGO / CHROMORANGE

Im Netz kursiert aktuell eine brisante Verschwörungstheorie: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll schuld an dem weltweiten Affenpocken-Ausbruch sein. Impfgegner und Impfgegnerinnen stellten in den sozialen Medien einen falschen Zusammenhang zwischen dem Vakzin und dem Affenpockenvirus her.

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Ihrer Meinung nach bekommen die Menschen eine Affenpocken-Infektion, denen das Vakzin injiziert wurde. Tatsächlich sind im Impfstoff des Herstellers Astrazeneca genveränderte Schimpansen-Adenoviren enthalten. Doch diese können sich weder vermehren noch krank machen. Die Wissenschaftler nutzten die Adenoviren und kombinierten sie mit dem genetischen Bauplan für das Spikeprotein des Coronavirus.

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Tobias Arhelger/Shutterstock

Schimpansen-Adenoviren in Astrazeneca-Impfstoff

Den Affenpocken liegt jedoch ein völlig anderes Virus zugrunde. Es trägt den Namen Orthopoxvirus. Zudem handelt es sich nicht um eine reine Affenkrankheit. Auch wenn sich die Tiere infizieren können, gelten insbesondere Nagetiere als Überträger. Laut Stephan Becker, dem stellvertretenden Koordinator für neu auftretende Infektionskrankheiten beim Deutschen Zentrum für Infektionskrankheiten, haben „Affenpocken und Adenovirus nichts miteinander zu tun“. „Bei Adenoviren handelt sich im Vergleich zu den Affenpocken um eine andere Virusfamilie; beide befinden sich in unterschiedlichen Teilen der infizierten Zellen, das Adenovirus geht in den Zellkern, das Affenpockenvirus vermehrt sich im Zytosol der Zellen“, erklärte er weiter.

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Zudem wird das Vakzin von Astrazeneca bereits seit Anfang 2021 verimpft. Die ersten Affenpocken-Fälle traten erst Anfang Mai 2022 auf.

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