28.000 Jahre Strom: Start-up will Batterien aus Atom-Müll bauen

Der Diamant-Akku aus nuklearem Abfall soll 2023 marktreif sein.

Veröffentlicht am , 10:08 Uhr
28.000 Jahre Strom: Start-up will Batterien aus Atom-Müll bauen

Was sich zunächst anhört, wie Technologie aus einem Science-Fiktion-Film wäre mit heutigem Wissensstand schon möglich. Das Startup „NDB“ aus San Francisco plant einen Diamant-Akku, der bis zu 28.000 Jahre Strom liefern soll. Denn nicht nur die Kapazität von Akkus ist in Zeiten von Elektroautos und Smartphones ein Thema, sondern auch die Langlebigkeit und Haltbarkeit. Bei den meisten Akkus treten schon nach wenigen Jahren Probleme auf, sodass man sie austauschen muss, damit man wieder die volle Kapazität ausschöpfen kann. Mit dem Diamant-Akku vom kalifornischen Start-up könnte dieses Problem der Vergangenheit angehören.

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Nano Diamond Battery (NDB): Seit 2012 wird an dieser Technologie geforscht

Du fragst dich vielleicht, wie das ganze funktionieren soll. Ganz einfach erklärt reagieren die Komponenten folgendermaßen miteinander: Der nukleare Radiokarbon gibt Wärme ab, die über die Diamanten so schnell abgeleitet wird, dass sie Radioisotope sie nicht von alleine absorbieren können. Dank der Halbleitereigenschaften der Nanodiamanten wird so Spannung erzeugt und ermöglicht es, einen langlebigen Superakku mit Energie zu versorgen.

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Erstmals wurde solch ein Konzept einer diamantenbasierten Nuklearbatterie im Jahre 2016 an der University of Bristol der Öffentlichkeit präsentiert. Dort betreibt das Unternehmen „Arkenlight“ Forschungen, um einen ähnlichen Akku produzieren zu können. Eigenen Aussagen zufolge soll NDB bereits seit 2012 an dieser Erfindung arbeiten.

Marktstart ist für 2023 geplant

Alles hört sich zunächst toll an, aber da wäre ja zunächst einmal die Frage der Sicherheit, da nuklearer Abfall radioaktiv strahlt und auch die Frage wie viel Geld wird so ein Akku überhaupt kosten? Können ihn sich normale Bürger überhaupt leisten? NDB soll zwar schon recht weit in der Entwicklung sein, aber einen Prototypen, den man vorstellen kann, gibt es bisher noch nicht. Trotzdem sei ein Konzept mit zahlreichen Tests geglückt sein und vielversprechende Ergebnisse geliefert haben. Nun plant das Unternehmen schon ab 2023 die ersten Batterien auf den Markt zu bringen.

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Außerdem ist die Akkulaufzeit von bis zu 28.000 Jahren auch nur bei Anwendungen wie zum Beispiel Uhren erreichbar, die wenig Strom benötigen. Trotzdem wäre das ein neuer Meilenstein in der Akku-Technologie, der uns dabei helfen könnte, noch viel bessere Akkus zu bauen. Sobald man die Probleme mit der Radioaktivität und den Kosten gelöst hat, könnten solche Akkus für E-Autos, Raumsonden, medizinische Geräte und auch Smartphones verwendet werden. Für diese Einsatzfelder soll bereits ein Akku in Arbeit sein, das neun Jahre lang durchgehend Energie liefern soll.

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